PKV-Studie: GKV Mitglieder unzufriedener als in vergangenen Jahren

Die Continentale Versicherung führt seit mittlerweile einem Jahrzehnt eine jährliche Untersuchung durch, welche die Zufriedenheit der Versicherten mit ihrem Gesundheitssystem behandelt. Im Jahr 2011 sind die Ergebnisse erstmals seit 2004 rückläufig, so sind 36 Prozent der gesetzlich Versicherten mit den Leistungen ihrer Kasse unzufrieden.

Seit Praxisgebühr ist Zufriedenheit stetig gestiegen

Das Jahr 2004 war das bisher Schwärzeste in der Kundenzufriedenheit der Versicherten mit ihrem Gesundheitssystem.

Die Verabschiedung des Gesundheitsmodernisierungsgesetzes mit der Einführung der Praxisgebühr, führte zu einer Unzufriedenheit von über 50 Prozent mit den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen. Bei dem Preis waren sogar rund 75 Prozent unzufrieden. In den Folgejahren konnten die Werte deutlich verbessert werden, bis zum Jahr 2011.

Im direkten Vergleich zu 2010 ist die Unzufriedenheit der Kunden im Bereich Leistung um vier Prozentpunkte auf 36 Prozent gestiegen. Im gleichen Zeitraum stieg die Unzufriedenheit beim Preis um drei Prozent auf 47 Prozentpunkte. Die Ergebnisse der Studie zeigen über die Zeit aber auch zwei weitere Phänomene, zum einen ist die Unzufriedenheit über den Preis konsequent höher als über die Leistungen, zum anderen sind parallele Verläufe erkennbar. Dies bedeutet, dass die Ab- und Zunahme sich nicht nur gleich nach oben und unten entwickelt, sondern auch der prozentuale Wert annähernd gleich ist.

Zusatzbeiträge steigern Unzufriedenheit

Für Rolf Bauer, Chef der Continentale Versicherung, zeigt sich eines ganz besonders, die Zufriedenheit der Versicherten schwankt ganz deutlich mit den finanziellen Beiträgen ihrer Kasse. Steigen die Beiträge, steigt die Unzufriedenheit. Ganz deutlich wird dies am Beispiel der Praxisgebühr, mit ihrer Einführung sank die Zufriedenheit auf ein immer noch geltendes Allzeittief.

Ein weiterer Punkt, der die Unzufriedenheit steigen lässt, ist die Ungewissheit über die Zukunft des Gesundheitssystems. So sind mit 76 Prozent mehr als dreiviertel aller GKV-Versicherten der Meinung, dass eine ausreichende Versorgung durch die GKV nicht mehr gegeben ist und auch in Zukunft nicht mehr gegeben sein wird. Des Weiteren sind 79 Prozent der Meinung, dass sie ohne eigene finanzielle Mittel in Zukunft nicht mehr vom medizinischen Fortschritt profitieren werden.

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