PKV: Streit um die Gebührenordnung für Ärzte

Die Neuordnung der Gebührenordnung für Ärzte wird endgültig zur unendlichen Geschichte. Zeitungsberichten zufolge will Schwarz-Gelb die GOÄ doch nicht mehr reformieren, die Koalition dementiert und zwischendrin stehen Ärzte und private Krankenversicherer, die am anderen Ende eines Stricks ziehen. Was am Ende dabei herauskommt, beinhaltet politischen Sprengstoff und könnte für alle Patienten teurer werden, egal ob Privatpatient oder gesetzlich Versicherter.

F.A.Z. lässt Bombe platzen

Ursprünglich sollte die GOÄ noch in dieser Legislaturperiode neu geordnet werden.

Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ ließ am Montag in einem Bericht allerdings verlauten, dass daraus nichts mehr werde. Und berief sich auf informierte Kreise. Es solle dem Bericht zufolge nur noch eine Reform der Gebührenordnung für Zahnärzte geben. Eine Meldung, die umgehend für Aufruhr sorgte.

Das zuständige Bundesgesundheitsministerium beeilte sich, den Zeitungsbericht zu dementieren. Es wird im Ministerium nach wie vor an einer Reform beider Gebührenordnungen festgehalten. Allerdings soll die Abrechnungsverordnung für Ärzte erst nach der GOZ in Angriff genommen werden. Wie die neue GOÄ aussehen wird, beleibt abzuwarten. Die privaten Krankenkassen dürften in jedem Fall Interesse daran haben, die Honorare nicht zu stark steigen zu lassen.

PKV macht sich für Öffnungsklausel stark

Um dieses Ziel zu erreichen, scheint die PKV bereits ein Mittel ausgemacht zu haben – eine Öffnungsklausel. Im Rahmen einer solchen Klausel könnten die Versicherer direkt mit einigen Ärzten Preisverhandlungen führen und eigene Verträge abschließen. Die PKV erhofft sich davon kostendämpfende Effekte. Allerdings stoßen die privaten Versicherer auf wenig Gegenliebe seitens der Ärztevertretungen. Kritiker fürchten einen ruinösen Preiskampf um lukrative PKV-Verträge und warnen vor einem Tarif- und Vertragsdickicht, das für Patienten noch undurchschaubarer wird.

Gebührenordnung: Reformen auf den Schultern der Patienten

Egal, wann GOZ und GOÄ novelliert werden – für die Patienten ist der Effekt gleich. Es stehen höhere Kosten ins Haus. Zwar werden Privatpatienten den Großteil schultern und auch neuerliche Beitragssteigerungen in Kauf nehmen müssen. Spätestens, wenn Kassenpatienten sogenannte IGel in Anspruch nehmen, wird es auch hier teurer.

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