PKV: Steigende Kosten bedrohen Privatversicherte

Vergangene Woche war es noch ein offenes Geheimnis, jetzt ist es offiziell, in vielen privaten Versicherungsunternehmen wird es im kommenden Jahr Beitragserhöhungen geben. Schuld daran ist nicht zuletzt die Anpassung der GOZ durch die Bundesregierung. Für Experten ist die erstmalige Anpassung der Gebührenordnung für Zahnärzte seit 1988 nichts weiter als ein „Schongesetz“ für die GKV. Tiefer in die Tasche greifen müssen vorrangig Privatversicherte.

Rentner stehen weiter in der Schusslinie

Besonders die älteren Versicherten haben schwer an den Beitragsanpassungen zu tragen.

Diese Entwicklung hat eine einfache Ursache. In den meisten Fällen werden angebotene Tarife nicht über Jahrzehnte hinweg angeboten, sondern nach einer gewissen Zeit geschlossen und vom Markt genommen. Dies hat jedoch zu Folge, dass ohne junge und gesunde Neukunden, der Altersdurchschnitt in diesen Tarifen langsam aber sicher zunimmt, man spricht von langsamer Vergreisung.

Für Rentner hat dies fatale Folgen, denn können sie die Tarifbeiträge durch permanente Beitragsanpassungen nicht mehr bezahlen, werden so automatisch in den PKV Basistarif gesteckt. Dieser jedoch beinhaltet nur eine Grundabsicherung. Patienten mit chronischen oder schweren Krankheiten müssen dann bei Behandlungen tief in die eigene Tasche greifen und die finanzielle Talfahrt beschleunigt sich weiter.

Bundesregierung fordert PKV auf, Tarifvergreisung in den Griff zu bekommen

Von der Bundesregierung wird daher seit einiger Zeit gefordert, diese Preisspirale in den Griff zu bekommen und alternative Wege zu finden. Für betroffene Patienten gibt es allerdings einen Hoffnungsstreif am Horizont, denn mit der gesetzlich geregelten Deckelung der Provisionen für Makler könnten große Einsparungen für die Versicherungsgesellschaften entstehen, die zur Stabilisierung der Beiträge verwendet werden könnten.

Für viele Versicherte dürfte aber auch ein Wechsel in einen anderen Tarif, der eigenen Versicherungsgesellschaft erhebliche Einsparungen mit sich bringen. Bei einem internen Wechsel bleiben nicht nur die Altersrücklagen bestehen, auch ist oft das gleiche Leistungsniveau enthalten. Eine erneute Gesundheitsprüfung entfällt ebenfalls, solange das Leistungsniveau beibehalten wird.

 

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