PKV: SPD stellt Plan zu Bürgerversicherung vor

Auf ihrem Parteitag will die SPD am 6. Dezember ihre Pläne zur Erneuerung des Gesundheitssystems darstellen – die Bürgerversicherung. Sollten die Pläne der SPD in den kommenden Jahren in die Tat umgesetzt werden, droht den privaten Krankenversicherungen das Aus und die Vereinheitlichung des Gesundheitssystems stünde bevor. Die PKV-Branche spricht sich daher deutlich gegen derartige Pläne aus.

Gesundheitssystem als Einheitsversicherung

Der von der SPD unter der Bezeichnung „Solidarische Gesundheitspolitik für alle Bürgerinnen und Bürger“ geführte Plan würde bei seiner Einführung die Unterbringung aller Bürger in gesetzlichen Krankenkassen mit eigener Beitragsbestimmung vorsehen.

Die privaten Anbieter dürften ab einem festgelegten Termin keine Neukunden mehr annehmen, bleiben aber weiter bestehen. Versicherten in den privaten Gesellschaften würde es den Plänen zufolge frei stehen, ob sie in eine Bürgerversicherung wechseln und bis dahin angesammelte Rücklagen zu übernehmen, oder in der bisherigen Gesellschaft zu verweilen.

Für einen Wechsel würde es allerdings auch ein Ultimatum geben. Sollte das System tatsächlich in die Tat umgesetzt werden, würde als Vollversicherung nur die Bürgerversicherung bestehen bleiben und die privaten Anbieter müssten sich auf das Zusatzversicherungsgeschäft beschränken. Noch wird die PKV aber weiter bestehen können, denn mit einer Einführung der Bürgerversicherung ist frühestens 2015 zu rechnen und auch nur, wenn die SPD die Regierungspartei wird.

PKV gegen Bürgerversicherung der SPD

Die PKV-Branche sieht damit nicht nur ihre eigene Existenz bedroht, sondern warnt auch vor dem Verlust der Vielfalt und des gesunden Wettbewerbs im Gesundheitssektor. Des Weiteren wird davor gewarnt, dass ein falsches Bild der PKV zu trügerischen Schlüssen führt. Denn von den rund 9 Millionen privat versicherten Bürgern sind über 1,5 Millionen Kinder und rund 150.000 Nichtzahler. Finanzstarke Gutverdiener sind in der Unterzahl.

Der private Sektor geht davon aus, dass mit diesen Plänen ein international anerkanntes und funktionierendes System zerstört wird. In einer Stellungnahme der PKV zur Bürgerversicherung wird erklärt: „Die PKV fördert Kostentransparenz und Eigenverantwortung, sie sorgt für eine stabile und rasche Finanzierung medizinischer Innovationen, was wiederum allen Versicherten in Deutschland nützt.“

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