PKV: Signalwirkung der Beitragsanpassung für Neukunden

In den vergangenen Wochen haben die Beitragsanpassungen in der privaten Krankenversicherung zum 01. Januar 2012 ein umfassendes Medienecho ausgelöst. Besonders die teilweise drastischen Anhebungen in einigen Tarifen sorgten für heftige Kritik, eine Beitragsanpassung von 40 Prozent hat inzwischen auch heftige Kritik seitens vieler Verbraucherschützer provoziert. Allerdings bleibt den Versicherten nur wenig Zeit, um auf die Schreiben der Versicherer zu reagieren. Einfacher haben es Neukunden, die aufgrund der Medienberichte für die Schattenseiten der PKV sensibilisiert werden.

Beitragsanpassungen in PKV unvermeidlich

[Berlin] Die aktuelle Berichterstattung rund um das Thema Beitragsanpassung und private Krankenversicherung bezieht sich zwar in erster Linie auf die Situation der Bestandskunden und versucht Lösungswege aufzuzeigen, wie den Anbieterwechsel oder den Wechsel in einen anderen Tarif beim gleichen Versicherer.

Allerdings rückt das Thema auch für potenzielle Neukunden in den Mittelpunkt. Für die privaten Versicherer muss es darum gehen, die aktuellen Berichte nicht zum Imageschaden werden zu lassen.

Versicherte sind dagegen daran interessiert, sich bereits im Zuge des PKV-Wechsels über mögliche Alternativen zu informieren und Rechte sowie Pflichten zu kennen. Denn eines ist Fakt – gänzlich vermeiden lassen sich Beitragsanpassungen nicht. Schließlich sind sie die Reaktion der Versicherer auf Kostensteigerungen durch eine älter werdende Versichertenklientel und die medizinische Inflation.

Selbstbeteiligung vs. Rückerstattung

Grundsätzlich haben Versicherte in der PKV mehrere Möglichkeiten, um eine Krankenvollversicherung zu niedrigen Beiträgen ohne Leistungsverlust abzuschließen – durch Selbstbeteiligung und Beitragsrückerstattung. Letztere gewährt dem Versicherten bei Leistungsfreiheit – etwa durch selbst gezahlte Rechnungen – einen Teil der Beiträge (zwischen einer und 6 Monatsprämien) zurück. Bei der Selbstbeteiligung übernimmt der Versicherte einen Teil der Kosten.

In beiden Fällen sinkt die effektive Monatsprämie. Allerdings muss in diesem Zusammenhang jeder Privatversicherte rechnen, denn beide Varianten bieten Vor- und Nachteile. So geht die Selbstbeteiligung solange voll zulasten des Versicherten, bis die Eigenleistungsgrenzen ausgeschöpft werden. Erst dann können die Kosten steuerliche geltend gemacht werden. Und die BRE mindert die abzugsfähigen Beiträge für die laufende Einkommenssteuererklärung.

Weitere News:

Tops und Flops in der privaten Krankenversicherung

Aktuelle Zahlen zeigen, welche privaten Krankenversicherer in den letzten fünf Jahren die meisten neuen Mitglieder gewonnen haben. Rund die Hälfte der berücksichtigten 33 Anbieter ist gewachsen. Andere Anbieter verbuchen dagegen teils deutliche… mehr

Finanztest: Probleme mit der privaten Krankenversicherung vermeiden

In der aktuellen Ausgabe von Finanztest (08/2016) greift Stiftung Warentest das Thema Probleme mit der privaten Krankenversicherung auf. Denn nicht immer zahlen die Versicherer für jede Behandlung. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn diese nicht… mehr

Finanztest prüft PKV-Ergänzungstarife für Beamte

Beamte haben die Möglichkeit, mit Beihilfeergänzungstarifen ihren Versicherungsschutz aufzustocken. Denn trotz privater Krankenversicherung und Beihilfe bleiben sie manchmal auf Kosten sitzen, etwa wenn Zahnersatz oder eine neue Brille notwendig… mehr

Kosten für Physiotherapie: Ärger mit privater Krankenversicherung

In der Regel profitieren privat Versicherte von sehr guten Leistungen. Doch nicht immer ist im Vertrag eindeutig geregelt, für welche Behandlungen der Versicherer wie viel zahlt. Ein solcher Streitfall stellt beispielsweise die Kostenübernahme… mehr