PKV: Regierung deckelt Provision für Vermittler

In den vergangenen Monaten erhoben Verbraucherschützer schwere Vorwürfe gegen die private Krankenversicherung. Der Grund: Für den Abschluss einer PKV erhielten die Vermittler teils horrende Privisionen. Mittlerweile sind die ausufernden Provisionen für Makler selbst der Bundesregierung ein Dorn im Auge. Und so müssen die private Krankenversicherung und Versicherungsmakler von PKV-Verträgen vielleicht schon bald mit einer Deckelung rechnen.

Mehr Wettbewerb, mehr Provision

Immer wieder haben Verbraucherschützer, ja selbst Behörden, auf die ausufernde Provisionskultur im Bereich der privaten Krankenversicherung hingewiesen.

Jetzt scheint sich auch politisch einiges in diesem Bereich zu bewegen. Union und FDP wollen laut „FTD“ die Vermittlungsgebühr deckeln. Und lassen Finanz- wie Justizministerium bereits an entsprechenden Reglungen arbeiten. Der Hintergrund: In der Vergangenheit hat die Höhe der Provisionen für einen PKV-Abschluss stetig zugenommen.

Teilweise zahlen die Versicherer Provisionen an Vermittler, die 14 bis 18 Monatsbeiträgen entsprechen. Angesichts eines Beitrags von 250 Euro und mehr entstehen so Summen, die schnell in den mittleren vierstelligen Bereich reichen. Und noch etwas stört Experten. Die Möglichkeit, nur wenige Monate oder Jahre für den Abschluss haften. Die Verlockung ist für Makler groß, Versicherte bereits nach zwei Jahren wieder in eine neue PKV zu vermitteln. Und damit einfach doppelt abzukassieren.

Regierung holt zum Rundumschlag aus

Genau hier will die Regierung mit ihrem Konzept ansetzen. Auf der einen Seite sollen die Provisionen als solche in der Höhe gedeckelt werden. Andererseits ist es nach den Plänen der schwarz-gelben Regierung sinnvoll, die Haftungsfristen deutlich zu verlängern. Damit wird es für Makler uninteressant, einen Versicherten in einer neuen privaten Krankenversicherung unterzubringen. Zwei Schritte, die alle auf ein Ziel hinauslaufen – der Verbraucher soll wieder stärker in den Mittelpunkt rücken, nicht die Provision.

Auch wenn der Versicherte nicht erfährt, wieviel die Versicherung sich den Abschluss hat kosten lassen, die Provision finanziert er am Ende über den Beitrag zur PKV mit. Und je höher die Vermittlungsgebühren, umso tiefer muss der Verbraucher in die Tasche greifen. Kein Wunder, dass die Regierung die „Die Initiative der Fraktionen“ als sinnvoll erachtet. Wie die Deckelung allerdings genau aussieht, ist bisher noch nicht klar.

 

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