PKV: Reform der GOÄ steht an

Erst kürzlich wurde eine neue Gebührenordnung für Zahnärzte umgesetzt, in welche einige positive Ansätze eingeflossen sind, von der sich Experten aber mehr Erfolg versprochen hätten. In der neuen Gebührenordnung für Ärzte wollen die Vertreter der Bundesärztekammer (BÄK) und die privaten Krankenversicherer enger zusammenarbeiten. Ausführliche Informationen gab nun die stellvertretende Geschäftsführerin der Bundesärztekammer, Dr. Regina Klakow-Franck, in einem Interview bekannt.

Nach GOZ auch eine neue GOÄ notwendig

Dr. Regina Klakow-Franck erklärte in dem Interview, dass es mit dem Umsetzen der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) im Gesundheitsministerium auch Gespräche und Überlegungen über eine Erneuerung der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) geben muss.

Die letzte Neufassung der GOZ wurde im Jahr 1988 durchgeführt. Bei der GOÄ ist es sogar noch länger her, hier liegt die letzte Neufassung bereits 27 Jahre zurück. Klakow-Franck erklärte, dass es auch bei der GOÄ Einschränkungen geben wird und beide Seiten aufeinander zugehen müssen, eine 100-prozentige Umsetzung der Wünsche auf beiden Seiten wird es nicht geben können.

Dr. Regina Klakow-Franck sprach sich des Weiteren für eine automatische und regelmäßige Erneuerung der GOÄ aus. Dafür erklärte sie, dass es sich weiterhin um eine politisch geregelte Rechtsverordnung handeln soll. Ihrer Meinung nach könne ein Ausschuss mit Vertretern der Beihilfe, der PKV, der BÄK und des Gesundheitsministeriums (BMG) entstehen. Dieser Ausschuss würde regelmäßig Vorschläge einreichen, welche vom BMG in die GOÄ aufgenommen werden können.

PKV sucht nach alternativem Weg

Welche Folgen hätte eine neue GOÄ für die Private Krankenversicherung? Es würden wahrscheinlich höhere Kosten für die privaten Versicherer drohen. Daher sucht man in der PKV auch nach einem andern Weg. Mögliche Variante wäre die Bildung eines Institutes, ähnlich dem existierenden Institut für Bewertungsausschusses. Die Nachteile dieses Wegs liegen aber auf der Hand, er würde durch den Aufbau eines solchen Institutes zu viel Zeit und Geld in Anspruch nehmen.

Momentan sind rund 800 neue Leistungen auf der Liste untergebracht, welche in die GOÄ einfließen sollen, erklärte Regina Klakow-Franck. Trotzdem sollen bei den Abrechnungen am Ende geringere Beträge herauskommen als bisher, dass, so hielt Klakow-Franck fest, ist unser Ziel.

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