PKV: Privatpatienten sind beim Facharzt schneller dran

Patienten mit einer privaten Krankenversicherung (PKV) werden beim Arzt bevorzugt behandelt. Besonders dann, wenn es um einen Termin beim Facharzt geht, sind sie eindeutig besser dran als Kassenpatienten. Das zeigen gleich mehrere aktuelle Stichproben.

PKV versus GKV: Warten auf den Arzttermin

Wenn privat Krankenversicherte einen Termin beim Arzt brauchen, dann müssen sie nicht so lange warten wie Patienten mit einer gesetzlichen Krankenversicherung. Eine aktuelle Stichprobe der „Welt“ zeigt, dass die Kassenpatienten zum Teil erheblich länger auf einen Facharzttermin warten müssen. „Die Diskrepanz der Wartezeiten zwischen Patienten der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung (PKV) ist nach wie vor hoch“, bestätigt auch Günter Wältermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg gegenüber der Zeitung.

Warten bei Orthopäden und Hautärzten

Die Stichprobe der „Welt“ zeigt, dass Patienten in der gesetzlichen Krankenversicherung bei Orthopäden erst knapp vier Wochen später einen Termin erhalten als privat Versicherte. Noch länger warten müssen sie für einen Termin beim Hautarzt: Hier zeigte die Untersuchung bei mehreren Fachärzten in Berlin, Hamburg und München, dass die GKV-Mitglieder erst sechs bis acht Wochen später einen Termin erhalten als die PKV-Kunden. Das Ergebnis der Stichprobe bestätigt eine andere Umfrage, die die Grünen in diesem Jahr bei rund 600 Arztpraxen in Brandenburg und Niedersachsen durchgeführt hatten. Hierbei kam heraus, dass Mitglieder einer gesetzlichen Kasse im Schnitt 24 Tage länger auf einen Arzttermin warten als PKV-Patienten.

Deutliche Unterschiede bei der Wartezeit abschaffen

Bei einer solchen Ungleichbehandlung zwischen PKV und GKV sehen viele die Politik in der Pflicht. AOK-Chef Wältermann etwa ruft in der „Welt“ dazu auf, die Benachteiligung von GKV-Versicherten gegenüber Patienten mit einer PKV bei der Terminvergabe und den Wartezeiten abzuschaffen. Er hält zum Beispiel ein Gesetz für möglich, in dem die zumutbaren Wartezeiten für alle Patienten festgelegt werden. Auch die Ärzte, deren Honorar in diesem Jahr um 5,3 Prozent gestiegen ist, müssten ihren Patienten eine zeitnahe Versorgung zugestehen, so Wältermann.

 

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