PKV: Positive Bilanz der Versicherer für 2010

Die private Krankenversicherung hat in den vergangenen Jahren die Gesundheitsreform von Ulla Schmidt zu spüren bekommen. Trotzdem konnten die Versicherer für 2010 durchaus ein positives Fazit ziehen. Die Zahl der Neukunden hat sich erhöht. Und auch die Summe der Altersrückstellungen ist im vergangenen Jahr deutlich gewachsen. Grund zur Sorge gibt allerdings die Kostenentwicklung im Gesundheitswesen.

Mehr Neuversicherte 2010

Die private Krankenversicherung hat jetzt ihre Branchenzahlen für das vergangene Jahr vorgestellt.

Und zieht ein durchaus positives Resümee – trotz Drei-Jahres-Wartefrist. Reinhold Schulte, Chef des PKV-Verbandes, wies daraufhin, dass „trotz der Bremsspuren der Gesundheitsreform von Ulla Schmidt“ die private Krankenversicherung für viele zur Versicherung der ersten Wahl gehört.

Mit der Gesundheitsreform hatte die Regierung eine Frist von drei Jahren eingeführt, die zwischen dem Erreichen der JAEG und dem Versicherungswechsel liegen muss. Eine Regelung, die seit Jahresanfang nicht mehr gilt. Und trotz der langen Wartefrist ist die Zahl der Versicherten in der PKV 2010 gestiegen. Laut den Branchenzahlen wuchs das Versichertenkollektiv um ein Prozent auf 8,9 Millionen. Für das laufende Jahr ist damit zu rechnen, dass die Zahl noch einmal steigt, da der Wechsel wieder leichter möglich ist.

Zahl der Zusatzversicherungen legt zu

Aber nicht nur im Rahmen der Krankenvollversicherung hat die private Krankenversicherung im letzten Jahr einen Zuwachs verbuchen können. Auch bei den Zusatzversicherungen können Branche und Verband zufrieden sein. Die Zahl der Verträge ist hier um 2 Prozent gewachsen. Inzwischen haben deutsche Verbraucher 21,9 Millionen Zusatzversicherungen abgeschlossen. Über diese Ergänzungstarife können Mitglieder der gesetzlichen Versicherung die Leistungen im Krankheitsfall ausweiten. Insbesondere die Pflegezusatzversicherung hat 2010 mit 13,4 Prozent deutlich zulegen können.

Höhe der Rückstellungen in der PKV gestiegen

Parallel zu den Versichertenzahlen ist auch die Höhe der Rückstellungen gestiegen. Allein im Rahmen der Krankenversicherung lagen die Alterungsrückstellungen zum Jahresende bei 133,5 Milliarden Euro. In der Pflegeversicherung belief sich die Summe der Rückstellungen auf 21,5 Milliarden Euro. Unterm Strich ergibt sich damit ein Betrag von 155 Milliarden Euro oder ein Plus von 6,7 Prozent. Für Reinhold Schulte ein klares Indiz für die Nachhaltigkeit der Finanzierungsprinzipien der PKV.

Weitere News:

Tops und Flops in der privaten Krankenversicherung

Aktuelle Zahlen zeigen, welche privaten Krankenversicherer in den letzten fünf Jahren die meisten neuen Mitglieder gewonnen haben. Rund die Hälfte der berücksichtigten 33 Anbieter ist gewachsen. Andere Anbieter verbuchen dagegen teils deutliche… mehr

Finanztest: Probleme mit der privaten Krankenversicherung vermeiden

In der aktuellen Ausgabe von Finanztest (08/2016) greift Stiftung Warentest das Thema Probleme mit der privaten Krankenversicherung auf. Denn nicht immer zahlen die Versicherer für jede Behandlung. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn diese nicht… mehr

Finanztest prüft PKV-Ergänzungstarife für Beamte

Beamte haben die Möglichkeit, mit Beihilfeergänzungstarifen ihren Versicherungsschutz aufzustocken. Denn trotz privater Krankenversicherung und Beihilfe bleiben sie manchmal auf Kosten sitzen, etwa wenn Zahnersatz oder eine neue Brille notwendig… mehr

Kosten für Physiotherapie: Ärger mit privater Krankenversicherung

In der Regel profitieren privat Versicherte von sehr guten Leistungen. Doch nicht immer ist im Vertrag eindeutig geregelt, für welche Behandlungen der Versicherer wie viel zahlt. Ein solcher Streitfall stellt beispielsweise die Kostenübernahme… mehr