PKV: Nur vereinzelt überhöhte Beiträge im Alter

Berlin – Unbezahlbare Prämien für Rentner in der Privaten Krankenversicherung (PKV) sind nach Ansicht der Bundesregierung nicht charakteristisch für die gesamte Branche. Laut einer Antwort (17/9330) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (17/9227) reicht das Problem nicht über Einzelfälle hinaus.

Nicht alle Rentner finanziell überfordert wegen PKV

Verbraucherschützer und PKV-Kritiker hatten in der Vergangenheit immer wieder bemängelt, dass die gestiegenen Beiträge in der PKV zunehmend mehr privat Versicherte finanziell überfordern würden. Vor allem Rentnerinnen und Rentner, die seit Jahren in der PKV versichert sind, würden angeblich unter den überhöhten Beiträgen leiden. Verbraucherorganisationen wie die Stiftung Warentest hatten mehrfach berichtet, dass die PKV-Beiträge älterer Kunden enorm angestiegen seien und Ruheständler in den finanziellen Ruin treiben würden. Die Bundesregierung hat nun klargestellt, dass es sich dabei um Einzelfälle handelt, von denen nicht auf die gesamte PKV geschlussfolgert werden dürfe.

Regierung spricht von Einzelfällen

„Überhöhte Beiträge in der Privaten Krankenversicherung (PKV), die dort versicherten Ruheständlern nicht einmal mehr das Existenzminium von ihrer Rente lassen, sind nicht charakteristisch für die gesamte PKV“, heißt es am heutigen Montag vonseiten der Bundesregierung. Zur generellen Beitragsentwicklung in der PKV gibt die Regierung für das Jahr 2010 einen durchschnittlichen Anstieg um 7,27 Prozent an. Im Vorjahr war eine Beitragsanhebung von im Schnitt 3,37 Prozent registriert worden.

Niedrigere PKV-Beiträge im Alter

In der Antwort auf die Kleine Anfrage der Linksfraktion erinnert die Bundesregierung an mehrere beschlossene Maßnahmen, die den Anstieg der PKV-Beiträge im Alter künftig verhindern sollen. Die viel kritisierten Beitragssteigerungen in der PKV fallen laut Verbraucherschützern vor allem bei langjährig privat Versicherten deutlich stärker aus als bei PKV-Neukunden. Ältere Versicherte können jedoch jederzeit von ihrem Tarifwechselrecht Gebrauch machen und in einen günstigeren Tarif ihres PKV-Anbieters wechseln. Ein Wechsel oder Rückgang in die gesetzliche Krankenversicherung bleibt den meisten privat Versicherten verwehrt.

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