PKV: Notlagentarif wird diese Woche eingeführt

Wer seine Beiträge zur privaten Krankenversicherung nicht mehr bezahlen kann, häuft mitunter einen erheblichen Schuldenberg an. Mit einem neuen Gesetz wird ein günstigerer Notlagentarif eingeführt, der es Beitragsschuldnern ermöglichen soll, ihre Beitragsrückstände einfacher zurückzuzahlen.

Beitragsschulden für Betroffene großes Problem

Die private Krankenversicherung ist für zahlreiche Versicherte günstiger als die gesetzliche Alternative. Dennoch kommt es immer wieder vor, dass Versicherte die Beiträge nicht mehr bezahlen können. Dies liegt weniger an Beitragserhöhungen. Vielmehr kämpfen gerade Selbständige und Freiberufler zuweilen mit Auftragsflauten. Sind dann keine finanziellen Rücklagen vorhanden, wird die Zahlung der Versicherungsbeiträge schnell zum Problem. Derzeit sind zirka 146.000 Privatversicherte nicht in der Lage ihre Beiträge zu bezahlen. Ab Donnerstag, dem 1. August 2013, können sie nach Abschluss eines Mahnverfahrens in den neuen Notlagentarif überführt werden.

So funktioniert der Notlagentarif

Der Notlagentarif kostet pro Monat zwischen 100 und 150 Euro. Er ist also oftmals günstiger als die normalen Versicherungsbeiträge. Allerdings haben Versicherte im Notlagentarif nur Anspruch auf Leistungen bei akuten Erkrankungen und Schmerzzuständen. Nur Schwangere, junge Mütter sowie Kinder und Jugendliche, die betroffen sind, erhalten einen Anspruch auf weitergehende Leistungen, wie zum Beispiel Vorsorgeuntersuchungen. Eine weitere Besonderheit des Notlagentarifs: Bereits aufgebaute Altersrückstellungen können verwendet werden, um den Versicherungsbeitrag um bis zu 25 Prozent zu reduzieren.

Notlagentarif reduziert rückwirkend Schulden

Auf diese Weise sollen Beitragsschuldner eher wieder in die Lage kommen, ihre Schulden abzubauen. Solange noch Zahlungsrückstände vorhanden sind, ruht der normale Versicherungsvertrag. Sind die Schulden allerdings beglichen, so ist eine Rückkehr in den alten Tarif möglich. Das Gesetz tritt zum 1.8.2013 in Kraft – die Einstufung in den Notlagentarif kann jedoch auch rückwirkend erfolgen. Für viele Beitragsschuldner bedeutet dies eine erhebliche Reduzierung der bisher angelaufenen Schulden.

 

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