PKV-Notlagentarif: Schuldenerlass für säumige Privatpatienten

Anfang Juli 2013 hat der Bundesrat die Einführung des Notlagentarifs für die private Krankenversicherung beschlossen. Nun stellen die Versicherer langsam die Tarife derjenigen Versicherten um, die mit ihren Beiträgen in Rückstand geraten sind. Rund 144.000 PKV-Kunden wird so ein Teil ihrer Schulden erlassen.

Schuldenschnitt in der privaten Krankenversicherung

Der Schuldenschnitt in der privaten Krankenversicherung kann beginnen. Nach Informationen der Welt überführen die Gesellschaften nun nach und nach ihre Versicherten in den Notlagentarif über. Dieser Tarif wurde extra für die Privatpatienten eingeführt, die Schulden bei ihrem Krankenversicherer gemacht haben. Manche Versicherte stehen einem Schuldenberg von mehreren tausend Euro gegenüber. Mit dem Notlagentarif haben sie nun die Chance auf einen Neuanfang.

Notlagentarif: Beitrag zwischen 100 und 120 Euro

Seit dem 1. August 2013 gibt es den neuen Tarif, der mit dem „Gesetz zur Beseitigung sozialer Überforderung bei Beitragsschulden in der Krankenversicherung“ umgesetzt wurde. Der monatliche Beitrag liegt mit 100 bis 120 Euro deutlich unter dem, was Privatversicherte in der Regel für ihren normalen Tarif zahlen. PKV-Kunden, die ihre Schulden auf Dauer nicht abbezahlen können, wurden bisher in den Basistarif überführt. Dieser ist jedoch nicht immer günstiger, sodass Betroffene kaum die Möglichkeit hatten, ihre Schulden abzubauen.

Spürbare finanzielle Entlastung für säumige PKV-Kunden

Der Notlagentarif soll nun für eine spürbare Entlastung für säumige Versicherte sorgen. Denn die Beiträge gelten rückwirkend. Wer etwa im November 2012 seine Prämie für seine private Krankenversicherung nicht mehr zahlen konnte, muss nun lediglich den Beitrag für den Notlagentarif der letzten elf Monate nachzahlen. Die Schuldenlast verringert sich dadurch um ein Vielfaches. Wie der PKV-Verband mitteilt, werden die betroffenen Versicherten bald von ihrem Anbieter angeschrieben.

Eingeschränkte Leistungen im Notlagentarif

Im neuen Tarif erhalten PKV-Versicherte nur Leistungen für eine medizinische Notfallversorgung. Dazu zählen etwa Behandlungen bei akuten Schmerzen und Erkrankungen. Bei Kindern und Jugendlichen werden zudem die Kosten für Impfungen und Vorsorge erstattet. Schwangeren Frauen und jungen Müttern stehen außerdem Zusatzleistungen zu. Der Notfalltarif soll für die Betroffenen nur eine Übergangslösung sein. Sobald die ausstehenden Beiträge gezahlt wurden, steht der Rückkehr in den alten Tarif nichts im Wege.

 

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