PKV: Neue Tarifwechsel-Leitlinien in Kraft getreten

Seit dem 1. Januar 2016 gelten in der privaten Krankenversicherung (PKV) neue Leitlinien für den Tarifwechsel innerhalb eines Unternehmens. So sollen Versicherte früher über alternative Angebote informiert werden und Versicherer schneller auf Anfragen reagieren. Allerdings hat sich nicht jedes Unternehmen zu den neuen Regelungen beim Tarifwechsel bekannt.

Zum 1. Januar 2016 sind die Leitlinien der privaten Krankenversicherung „für einen transparenten und kundenorientierten Tarifwechsel“ in Kraft getreten. Mit diesen verpflichten sich viele Versicherer im Wesentlichen zu zwei Dingen: Privatversicherten werden nun schon ab dem vollendeten 55. Lebensjahr Tarifalternativen angeboten, die bei gleichem Schutz günstiger als der aktuelle Tarif sind. Gesetzlich vorgeschrieben ist dieser Schritt erst bei Versicherten, die älter als 60 Jahre sind. Zudem sollen „Tarifwechsel-Anfragen innerhalb von 15 Arbeitstagen“ vom entsprechenden Unternehmen beantwortet werden, so der Verband der Privaten Krankenversicherung.

Außerdem erhalten Interessierte nun einen „verständlichen Überblick über die für einen Wechsel in Betracht kommenden Tarifalternativen.“ Dieser soll in Tarife mit gleichwertigen sowie in Angebote mit höheren bzw. niedrigeren Leistungen eingeteilt sein. Bei besonders vielen geeigneten Tarifen dürfen diese vom Versicherer auf eine Auswahl beschränkt werden.

Neue PKV-Tarifwechsel-Leitlinien gelten nicht für alle Versicherten

Die Tarifwechsel-Leitlinien gelten jedoch nicht für alle privaten Krankenversicherer. Bisher haben sich 25 Unternehmen zu den Neuregelungen bekannt. Diese decken allerdings mit 80 Prozent einen erheblichen Teil des Marktes ab. Zu den Versicherern zählen unter anderem Debeka, DKV, AXA, Allianz, Barmenia, Hallesche, HUK-Coburg und Signal Iduna. Dass nicht alle Mitglieder des PKV-Verbands dazu überzeugt werden konnten, die Neuregelungen zum Jahreswechsel umzusetzen, ist nicht nur bedauerlich. Der Bund der Versicherten führt in einer früheren Stellungnahme zudem aus, „dass vielen Unternehmen immer noch der Wille fehlt, sich gesetzeskonform zu verhalten – zum Leidwesen der Verbraucher.“ Die Verbraucherschützer heben hier beispielsweise Central hervor, die neben anderen Anbietern „ihre Kunden im Regen stehen“ lässt. Ebenfalls nicht dabei sind nach aktuellem Stand unter anderem Arag, HanseMerkur und uniVersa.

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