PKV: Neue Annahmerichtlinien bei Deutscher Ring und AXA

Säumige Beitragszahler sind ein Problem, das für die PKV neu sein dürfte. Konnte man bis 2009 doch Betroffenen den Vertrag kündigen. Inzwischen hat sich die Lage allerdings verändert – mit Einführung des Basistarifs. Viele Privatversicherer gehen daher dazu über, die Annahmerichtlinien zu überarbeiten – wie aktuell die PKV Deutscher Ring und AXA.

Deutscher Ring – Vorversicherung ausschlaggebend

Neukunden, welche sich in der PKV absichern wollen, haben es zunehmend schwer.

Dies gilt nicht nur für die Auswahl passender Tarife. Auch die Annahmerichtlinien werden zunehmend restriktiver. So hat der Deutsche Ring seine Annahmerichtlinien jetzt dahin gehend geändert, dass Neukunden und Wechselwillige im Vorfeld eine zurückliegende 24-monatige Versicherungszeit bei einem deutschen Versicherungsunternehmen nachweisen müssen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich hier um eine PKV oder GKV handelt.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Deutscher Ring-PKV vor der Vertragsannahme prüft, ob beim alten Versicherer noch Beitragsrückstände aufgelaufen sind. Die neuen Annahmerichtlinien haben ein klares Ziel: Der Deutsche Ring will Nichtzahler in den eigenen Reihen vermeiden. Letztere werden für die PKV zunehmend zu einem Problem, da die Versicherer im Notfall Leistungen übernehmen müssen.

AXA schränkt Zugang ein

Einen Schritt weiter geht der private Versicherer AXA. Hier zielen die neuen Annahmerichtlinien auf den Beruf ab. Allerdings beschränken sich die Neuerungen nur auf einen speziellen Tarif – den Vision 1. Kern der neuen Annahmerichtlinien sind Aufnahmeberufe, welche Neukunden die Tür in den Tarif Vision 1 öffnen. Dazu zählen unter anderem: Ärzte, Rechtsanwälte, Ingenieure, Wirtschaftsprüfer und Architekten (Kammerberufe)) sowie Assekuranzvertreter, Informatiker und Naturwissenschaftler (beide mit akademischem Grad).

Der private Krankenversicherer schränkt den Zugang damit deutlich ein – auf Berufsgruppen mit einem höheren Einkommen. Allerdings – und dort setzt die Kritik an – sind die neuen Aufnahmekriterien keine Garantie dafür, die Versicherer vor Nichtzahlern schützt. Speziell die Unsicherheit der wirtschaftlichen Entwicklung und der Kontrahierungszwang im Basistarif erschweren die Situation für die PKV erheblich.

 

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