PKV: Mehr Privatversicherte dank Gesundheitsreform

Aller Umfragen und Berichte über hohe Beiträge im Alter zum Trotz scheint die PKV die Gesundheitsreform zu spüren. Seit die Zugangsbedingungen für die private Krankenversicherung Anfang des Jahres gelockert worden, haben die Privatversicherer steigenden Zahlen im Neukundengeschäft verzeichnet. So hat die Zahl der Wechsler in die PKV in den ersten drei Monaten bereits die Marke von knapp 40.000 erreicht.

Leichter Wechsel in die PKV

Mit der Gesundheitsreform gelten seit Januar 2011 neue Zugangsvoraussetzungen für die private Krankenversicherung.

So können Mitglieder der GKV bereits nach Erreichen der Versicherungspflichtgrenze im Folgejahr in die PKV wechseln. Bis Ende 2010 galt hierfür noch eine Wartezeit von drei Jahren, welche die Versicherer im letzten Jahr mehr als deutlich zu spüren bekamen. Gleichzeitig wurde zum 01. Januar 2011 auch die Versicherungspflichtgrenze von 49.950 Euro auf 49.500 Euro gesenkt.

Unterm Strich haben es damit Arbeitnehmer, für die jene Einkommensgrenze wesentliche Voraussetzung ist, leichter. Die Versicherer im Bereich der PKV haben bereits mehrfach betont, dass sie mit einem Zuwachs im Bereich des Neukundengeschäfts durch diese Veränderungen rechnen – scheinbar zu Recht. Denn die Zahlen liegen bereits jetzt rund 40 Prozent über den Statistiken aus dem vergangenen Jahr.

Deutlich mehr Privatversicherte

Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache. In die PKV sind laut Presseberichten, die sich auf das Bundesgesundheitsministerium berufen, bereits 39 670 Versicherte zwischen den Monaten Januar und April eingetreten. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr lag die Zahl der Wechsler in die private Krankenversicherung bei gerade einmal 28 577 Versicherten oder um rund 40 Prozent niedriger. Die privaten Krankenversicherer dürfte die Entwicklung freuen.

GKV wird Wechselwelle spüren

Anders in der gesetzlichen Krankenversicherung. Hier dürfte man die Entwicklung eher sorgenvoll betrachten. Schließlich sind es gerade junge Versicherte, die sich für den Wechsel in die PKV entscheiden. Was der GKV bleibt, sind in der Regel Versicherte, die seitens der privaten Krankenversicherung nur mit hohen Abschlägen oder gar nicht aufgenommen werden.

 

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