PKV: Keine Öffnungsklausel für Zahnärzte

In der neuen Gebührenordnung für Zahnärzte wird es nach dem Willen des Bundesgesundheitsministers keine Öffnungsklausel geben. Damit erteilte Philipp Rösler der privaten Krankenversicherung eine Abfuhr. Aber auch die Ärzte haben nur verhaltenen Grund zur Freude. Die geplante Erhöhung der Honorare fällt weniger üppig aus als gedacht. Die Bundeszahnärztekammer kritisierte diesen Schritt und bezeichnete das Vorgehen als Missachtung des Koalitionsvertrags.

Philipp Rösler gegen Öffnungsklausel

In den vergangenen Tagen wurde die Einführung einer Öffnungsklausel in die neue Gebührenordnung für Zahnärzte heftig diskutiert.

Im Gegensatz zu den Vertretern der Ärzte, die eine solche Klausel offen kritisierten, befürwortete die PKV diesen Schritt. Mithilfe der Öffnungsklausel hätte man mit Ärzten oder Ärztegruppen eigene Verträge abschließen können. Und damit eine bessere Kontrolle über die Behandlungskosten erhalten. Letztere sind für die private Krankenversicherung eine erhebliche Belastung.

Die Ärzte befürchteten dagegen, mit der Öffnungsklausel würde ein massiver Wettbewerb zwischen den Zahnärzten um lukrative Verträge einsetzen. Die Folge: Es käme zu einer Verschlechterung in der Qualität der Leistungen. Gegenüber der „Ärzte Zeitung“ hat Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler jetzt klargestellt, dass es eine solche Öffnungsklausel zum Vorteil der PKV nicht geben wird. Zwar gelten die Aussagen des Ministers vorerst nur für die GOZ. Aber da diese als Vorlage für die Reform der Gebührenordnung für Ärzte dienen dürfte, rechnen Experten auch mit einem Verzicht in der neuen GOÄ.

Honorarplus für Ärzte enttäuschend

Allerdings dürfte die Freude über dieses Entgegenkommen nur verhalten ausfallen. Der Grund: Die erhoffte Anhebung der Honorare für die Ärzte fällt niedriger aus. Laut Rösler werden in der Gebührenordnung „lediglich Veränderungen durch die technisch notwendige Anpassung“ berücksichtigt. Daraus ergibt sich ein Honorarplus von rund sechs Prozent. Seitens der Ärztevertretungen hatte man eigentlich mit einer deutlich höheren Anhebung gerechnet. Entsprechend fallen die Reaktionen der Ärzte aus. Peter Engel von der Bundeszahnärztekammer bezeichnete die Aussicht als „bittere Pille“.

Höhere Honorare bezahlen alle Versicherten

Eine Anhebung der Honorare für Zahnärzte werden zuallererst die Versicherten der privaten Krankenversicherung zu spüren bekommen. Letztere rechnen bekanntlich direkt mit dem Arzt über die GOZ ab. Aber auch gesetzlich Versicherte werden tiefer in die Tasche greifen müssen – für Privatleistungen, die ebenfalls über die Gebührenordnungen für Zahnärzte und Ärzte abgerechnet werden.

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