PKV in der Kritik: weitere Beitragserhöhungen unvermeidbar?

Risikoaufschlag und Altersrückstellungen können Kosten der PKV nicht kompensieren

Die private Krankenversicherung PKV steht bereits seit einiger Zeit in der Kritik. Gründe hierfür sind die weiter steigenden Ausgaben, die durch Altersrückstellungen und risikoadäquate Beiträge nur wenige kompensiert werden können. Insbesondere ältere Kunden müssen daher wohl künftig mit größeren Beitragserhöhungen rechnen, denn ein PKV Wechsel in einen neuen Tarif ist aufgrund der aktuellen Preisfeststellung auf Basis des Alters und der Vorerkrankungen kaum lohnend. Schließlich können Altersrückstellungen lediglich zu einem Teil zur neuen Krankenversicherung mitgenommen werden, wodurch der Nutzen für die Versicherten als sehr gering eingeschätzt wird.

IGES-Studie zur privaten Krankenversicherung lässt Bundeswirtschaftsministerium kalt

All die genannten Mängel der privaten Krankenversicherung wurden bereits im Februar 2010 in einer „Studie zur privaten Krankenversicherung“ veröffentlicht. Diese Studie, die vom Bundeswirtschaftsministerium in Auftrag gegeben wurde und vom Forschungsinstitut IGES und Bert Rürup durchgeführt wurde, sorgt jedoch nicht für Veränderungen, denn das Bundeswirtschaftsministerium sieht trotz dessen aktuell keinen Reformbedarf.
Der Verband der privaten Krankenversicherungen hingegen sieht erheblichen Reformbedarf, so zum Beispiel in der Möglichkeit, eigene Preisverhandlungen mit den Ärztevertretern durchzuführen. Auch sollen privat Versicherte künftig ebenfalls von der Reform des Arzneimittelmarktes profitieren, denn die bisherigen Vereinbarungen zu Rabatten und Preismoratorien gelten ausschließlich für die gesetzlichen Krankenkassen.
Trotz dessen will die private Krankenversicherung ihren Versicherten nach wie vor eine umfassende Versorgung bieten, die innovative Arzneimittel zu angemessenen Preisen beinhaltet. Rationierungen oder Budgetierungen sind ebenfalls nicht geplant und sollen künftig möglichst vermieden werden.

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