PKV: GOZ treibt Kosten beim Zahnarzt in die Höhe

Seit knapp 24 Jahren wurde die Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) nicht aktualisiert. Die deutsche Zahnärzteschaft fordert seit Jahren eine Verbesserung und Anpassung der GOZ, denn seit Januar 1988 wurden weder moderne Behandlungsmethoden, noch der medizinische Fortschritt in diese aufgenommen. Jetzt hat die Bundesregierung reagiert und eine neue Verordnung erstellt, den der Bundesrat am Freitag abgesegnet hat. Das Ergebnis: Der Zahnarztbesuch wird teurer.

GOZ ist kein „großer Wurf“

Auch wenn sowohl die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) als auch die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) darüber glücklich sind, dass die Bundesregierung überhaupt eine neue Gebührenordnung für Zahnärzte auf den Weg gebracht hat, sehen sie die Umsetzung doch als verbesserungswürdig an.

So erklärte der Präsident der BZÄK, Dr. Peter Engel, „Die GOZ-Reform war überfällig. Ein großer Wurf ist sie aus politischen und fiskalischen Gründen nicht geworden.“

Es wird besonders bemängelt, dass einige entscheidende Punkte offen gelassen wurden, und es sich dabei nur um eine Minimalreform handelt. Nach Ansicht der Ärzte wurde lediglich der Abrechnungsverlauf für Patienten klarer. Weder sind in der GOZ die qualitativ hochwertigen Behandlungen ausreichend berücksichtigt, noch wurde auch nur ansatzweise auf die Interessen der Zahnärzte eingegangen. Hintenan stehen besonders die Patienten, denn die in der GOZ geregelten Leistungen, die nicht von der Krankenkasse übernommen werden, sondern vom Patienten selbst gezahlt werden, steigen an.

Neue GOZ führt zu höheren Beiträgen

Besonders die privaten Krankenversicherungen dürften die neue GOZ zu spüren bekommen – und dies schon bald. Denn sobald Privatversicherte zum Zahnarzt gehen, müssen die neuen Gebührensätze gezahlt werden. Eine Tatsache, welche sich unterm Strich auch in den Kostenerstattungen bemerkbar macht. In der neuen GOZ liegt also das Potenzial für Beitragsanpassungen, die vielleicht schon bald auf die Versicherten warten.

Übrigens sind von höheren Ausgaben nicht nur die Privatversicherten betroffen – auch Kassenpatienten müssen für eine Behandlung beim Zahnarzt tiefer in die Tasche greifen. Allerdings deckt die GKV nach wie vor nur den befundorientierten Zuschuss.

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