PKV Gerichtsurteile: Diese Leistungen zahlen Versicherer

Die private Krankenversicherung (PKV) ist dafür bekannt, häufig mehr Leistungen zu erstatten als ihr gesetzliches Pendant. Doch auch die PKV übernimmt nicht jede Behandlung. Leistungen für Psychotherapie oder Heil- und Hilfsmittel müssen zum Beispiel extra in dem Tarif aufgeführt sein. Gerichtsurteile zeigen sogar: Weitere Leistungen werden nicht immer von der PKV übernommen.

Es gibt immer wieder Gerichtsurteile darüber, welche Leistungen die private Krankenversicherung oder auch die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen müssen und welche nicht. Erst kürzlich ist beispielsweise ein 76-jähriger Mann vor Gericht gezogen, weil seine Krankenkasse ihm keine Perücke finanzieren wollte. Das Bundessozialgericht entschied gegen den Kläger mit krankheitsbedingtem Haarausfall, da seine Glatze gesellschaftlich akzeptiert sei. Ähnliche Urteile gibt es auch aus den Reihen der PKV – beispielsweise bei der Behandlung von altersbedingter Weitsichtigkeit.

Gerichtsurteil: PKV zahlt nicht bei Alterssichtigkeit

Die private Krankenversicherung bietet zwar häufig gegenüber der gesetzlichen Krankenversicherung verbesserte Leistungen. Doch auch für die PKV gibt es Gerichtsurteile, aus denen hervorgeht, welche Behandlungen nicht übernommen werden. Die Richter des Amtsgerichts München haben zum Beispiel entschieden, dass die Behandlung von Alterssichtigkeit – darunter ist altersbedingte Weitsichtigkeit zu verstehen – von der PKV nicht bezahlt werden muss, wenn diese nicht medizinisch notwendig ist (Az.: 121 C 27553/12).

Im konkreten Fall geht es um einen 54-jährigen Mann, der seine Augen mit einer kostspieligen Laseroperation behandeln ließ, um sich von seiner altersbedingten Weitsichtigkeit zu befreien. Als seine Versicherung nicht zahlen wollte, verklagte er diese. Die Klage wurde von den Münchener Richtern allerdings zurückgewiesen. Der Grund dafür: die Laserbehandlung war medizinisch nicht notwendig und kostengünstigere, spezielle Kontaktlinsen hätten ausgereicht. Die Linsen hätte der Versicherer anstandslos übernommen.

PKV: Heil-, Hilfsmittel und Psychotherapie nur in manchen Tarifen enthalten

Versicherte der privaten Krankenversicherung sollten darauf achten, dass Heil- und Hilfsmittel sowie psychotherapeutische Behandlungen vertraglich im jeweiligen Tarif mitaufgeführt sein müssen. Denn diese Leistungen gehören nicht in den standardmäßigen Leistungsumfang. Wer also Heilmittel wie Ergotherapie oder medizinische Massagen bzw. Hilfsmittel wie Hörgeräte oder einen Rollstuhl in Anspruch nehmen möchte, sollte diese Leistungen mit in den PKV-Vertrag aufnehmen. Gleiches gilt für die Behandlung bei einem Psychotherapeuten.

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