PKV: Für Steuererklärung 2010 Kinder berücksichtigen

Für viele Steuerpflichtige, welche ihre Einkommenssteuererklärung noch bis Ende des Jahres abgeben müssen, läuft die Zeit. Denn die Fristverlängerung bei Mitwirkung eines Steuerberaters endet im Regelfall zum 31. Dezember. Wer zu diesem Personenkreis gehört, sollte allerdings die teilweise erheblichen Änderungen beachten – gerade was die Absetzbarkeit der Beitragskosten zur PKV betrifft. Dies geht aus einer aktuellen Verfügung der OFD Magdeburg hervor (Verfügung v. 3.11.2011 – S 2221 – 118 – St 224).

Beitrag für Kinder als Sonderausgabe

Seit einiger Zeit können Versicherte die Ausgaben zur Basiskrankenversicherung als Sonderausgabe geltend machen.

  Allerdings fallen in Familien hier nicht nur Ausgaben für den Versicherten an. Eltern finanzieren in der Regel die Krankenversicherung der Kinder mit. Wie die OFD Magdeburg in der Verfügung klarstellt, handelt es sich damit quasi um Beiträge der Eltern, die im Übrigen nicht nur bei konkreter Zahlung angesetzt werden können.

Auch Elternteile, welche in Form von Sachleistungen zum Kindesunterhalt beitragen, dürfen laut der Oberfinanzdirektion den Beitrag als Sonderausgabe ansetzen. Allerdings ist der Beitrag – etwa zu einer privaten Krankenversicherung – nur einmal abzugsfähig. Allerdings erkennt die OFD unter Rücksicht auf gewisse Rahmenbedingungen dessen Splitting an. Übrigens sollten Privatversicherte auch in anderen Bereichen die Steuererklärung im Auge behalten.

Ist Selbstbehalt noch sinnvoll?

Versicherte, die einen Tarif mit Selbstbehalt abgeschlossen haben, hatten dafür meist einen Grund, denn mit einem Selbstbehalt können die Versicherungsprämien im Zaun gehalten werden und steigen langsamer an. Seit 2010 die Beiträge zur PKV in der Basisversorgung voll angesetzt werden können, lohnt sich der Selbstbehalt kaum noch, da die niedrigere Prämie sich negativ auf im Sonderausgabenabzug bemerkbar macht. Und auch wer versucht, die Arzneimittel- und Behandlungskosten abzusetzen, muss mit Hürden rechnen.

Denn erst wenn die Ausgaben einen gewissen Prozentsatz des Einkommens überschreiten, wirken sie sich steuermindernd aus. Darüber hinaus kommt im Zusammenhang mit der Einkommenssteuer ein weiterer Aspekt ins Spiel – die BRE. Immer noch locken die Versicherer damit. Allerdings minder die ausgezahlte Beitragsrückerstattung den ansatzfähigen Beitrag.

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