PKV: Freiwillig Versicherte scheuen Wechsel

Seit Januar können Versicherte in der freiwilligen gesetzlichen Krankenversicherung wieder leichter in eine private Krankenkasse wechseln. Allerdings scheuen viele diesen Wechsel in die private Krankenversicherung ( PKV ). Schätzungen zufolge steht derzeit rund 4,5 Millionen Deutschen diese Möglichkeit offen. Derzeit wagt aber nur ein Bruchteil den Versicherungswechsel.

Unsicherheit bei Wechselwilligen groß

Dass im vergangenen Jahr nur rund 16.000 Versicherten den Wechsel in die private Krankenversicherung wagten, hat seine Gründe.

Viele freiwillig Krankenversicherte scheuen den Schritt in die PKV aus gutem Grund. Obwohl die Krankenversicherer mit niedrigen Beiträgen werben, ist die Entwicklung der Prämien alles andere als transparent. Insbesondere im Alter kann der Beitrag deutlich steigen.

Wasser auf die Mühlen der Kritiker ist eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Infratest, der zufolge rund zehn Prozent der Privatversicherten am liebsten der PKV wieder den Rücken kehren würden. Eine Tatsache, welche die Skepsis von Arbeitnehmern und Selbständigen erhöht. Dass die Wechselpotenziale nicht ausgeschöpft werden, hängt unter anderem auch damit zusammen, dass sich der Wechsel nicht für jeden lohnt.

PKV für Familien nur bedingt geeignet

Ein Wechsel in die private Krankenversicherung ist insbesondere für Beamte lohnenswert, die einen Beihilfeanspruch haben. Familien können sich dagegen in der gesetzlichen Krankenversicherung besser absichern, da über die Familienversicherung Kinder und der erwerbslose Ehepartner abgesichert sind. Eine Tatsache, die bei vielen der 4,5 Millionen freiwillig Versicherten sicher eine Rolle spielt.

PKV-Verband rechnet mit Belebung im Neukundengeschäft

Trotz allem rechnen die privaten Krankenversicherungen für das laufende Jahr mit einer deutlichen Belebung im Neukundengeschäft. Der Grund sind die neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen, die den Versicherten den Übergang leichter machen sollen. Ob sich die Erwartungen wirklich erfüllen, wird aber auch davon abhängen, wie sich die Beitragssituation in den kommenden Monaten entwickelt. Spannend dürfte die Situation auch im Hinblick auf die Einführung der neuen Unisex-Tarife werden.

 

Weitere News:

Tops und Flops in der privaten Krankenversicherung

Aktuelle Zahlen zeigen, welche privaten Krankenversicherer in den letzten fünf Jahren die meisten neuen Mitglieder gewonnen haben. Rund die Hälfte der berücksichtigten 33 Anbieter ist gewachsen. Andere Anbieter verbuchen dagegen teils deutliche… mehr

Finanztest: Probleme mit der privaten Krankenversicherung vermeiden

In der aktuellen Ausgabe von Finanztest (08/2016) greift Stiftung Warentest das Thema Probleme mit der privaten Krankenversicherung auf. Denn nicht immer zahlen die Versicherer für jede Behandlung. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn diese nicht… mehr

Finanztest prüft PKV-Ergänzungstarife für Beamte

Beamte haben die Möglichkeit, mit Beihilfeergänzungstarifen ihren Versicherungsschutz aufzustocken. Denn trotz privater Krankenversicherung und Beihilfe bleiben sie manchmal auf Kosten sitzen, etwa wenn Zahnersatz oder eine neue Brille notwendig… mehr

Kosten für Physiotherapie: Ärger mit privater Krankenversicherung

In der Regel profitieren privat Versicherte von sehr guten Leistungen. Doch nicht immer ist im Vertrag eindeutig geregelt, für welche Behandlungen der Versicherer wie viel zahlt. Ein solcher Streitfall stellt beispielsweise die Kostenübernahme… mehr