PKV fordert Preisstopp bei Arzneimitteln auch für ihre Mitglieder

Private Krankenversicherung soll auch von Rabattierung für Medikamente profitieren

Philipp Rösler (FDP) stellte in seiner Eigenschaft als Bundesgesundheitsminister neulich einen Plan zur Kosteneinsparung im Gesundheitswesen vor. Die Ideen des liberalen Ministers sehen vor, dass für Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen die Preise für Arzneimittel auf die am ersten August des vergangenen Jahres gültigen Beträge eingefroren wird, wobei zusätzlich ein Zwangsrabatt abgezogen werden soll. Das gleiche fordert nun auch die private Krankenversicherung für ihre Miglieder.

Beitragserhöhung der PKV auch auf gestiegene Arzneimittelpreise zurückzuführen

Nach aktuellen Berechnungen verspricht die verbindliche Preisbremse jährliche Einsparungen in Höhe von mehr als einer Milliarde Euro bei den Kosten der gesetzlichen Krankenkassen im Arzneimittelsektor. Nicht zuletzt die hohen Kosten für Arzneimittel haben dazu geführt, dass mehrere Krankenkassen mit den zugeteilten Geldmitteln aus dem Gesundheitsfonds nicht alle Ausgaben decken können, weswegen die Erhebung von Zusatzbeiträgen notwendig geworden ist. Auch die Privaten Krankenversicherungen haben in letzter Zeit besonders über gestiegene Medikamentenpreise geklagt und mussten ebenfalls Beitragserhöhungen vornehmen.

Medikamente für Private Krankenversicherungen teuerer als für GKV

Inzwischen hat Volker Leienbach in seiner Eigenschaft als Präsident des PKV Spitzenverbandes gefordert, dass die privaten Krankenkassen ebenfalls von der geforderten Preisfestschreibung profitieren sollen. Er hält es für unangebracht, dass die Preise für gesetzlich und privat krankenversicherte Patienten bei Arzneimitteln unterschiedlich sein sollen. Volker Leienbach weist besonders darauf hin, dass die Arzneimittelkosten zwischen den Jahren 1998 und 2008 bei gesetzlichen Krankenkassen um achtundsechzig Prozent zunahmen, während die Steigerungsrate bei den privaten Krankenversicherungen sogar sechsundachtzig Prozent betrug.

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