PKV: Flexibler Einsatz von Altersrückstellungen

Die privaten Krankenversicherer stehen nach wie vor wegen enormer Beitragserhöhungen in der Kritik. Nun schlägt der Verband der privaten Krankenversicherung e.V. vor, die Beitragssteigerungen für die Versicherten mittels der Rückstellungen abzufedern.

Langfristiger Anstieg der Versicherungsbeiträge

Im Laufe des letzten Jahrzehnts wurden die Versicherungsbeiträge für die private Krankenversicherung immer stärker angehoben. Besonders für ältere Privatpatienten, die schon jahrelang Kunden in der privaten Krankenversicherung (PKV) sind, wurde der Krankenversicherungsschutz zunehmend teurer. Verbraucherschützer kritisierten zuletzt sogar, dass privat versicherte Rentnerinnen und Rentner wegen der PKV in finanzielle Engpässe geraten würden. Die Vertreter der PKV betonen zwar, dass es sich dabei um Einzelfälle handelt, gänzlich können sie die zum Teil massiven Beitragserhöhungen der letzten Jahre jedoch kaum leugnen.

Altersrückstellungen gegen Beitragssteigerungen

Ein Pluspunkt der PKV gegenüber den gesetzlichen Krankenkassen sind die Altersrückstellungen, die die Versicherer für künftige Ausgaben zurückstellen. Das Versicherungsjournal berichtet nun, dass die PKV-Vertreter vorschlagen, diese Altersrückstellungen flexibler als bisher einsetzen zu dürfen, um weitere Erhöhungen der Versicherungsprämien abzufedern. Der Branchenverband der PKV sei deshalb bereits mit dem Bundesministerium der Finanzen und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht im Gespräch, berichtet das Versicherungsjournal.

Erhöhungen vor dem 60. Lebensjahr reduzieren

Die PKV wirbt in der Politik für eine flexiblere Handhabung der Altersrückstellungen, damit die Beitragssteigerungen schon vor dem 60. Lebensjahr der Kunden abgemildert werden können. Aus den Vorstandskreisen eines marktführenden PKV-Unternehmens zitiert das Versicherungsjournal, dass besonders in der Altersgruppe der 45- bis 60-jährigen PKV-Versicherten mehr getan werden müsse. Dazu sollten die Versicherungen die Altersrückstellungen flexibler einsetzen dürfen, fordern die PKV-Vertreter.

Häufigere, aber kleinere Beitragsanstiege

Zudem schlagen sie vor, dass künftige Beitragserhöhungen in kleineren Schritten durchgeführt werden sollten. Die Schwelle, ab der gestiegene Kosten der Versicherer für die Gesundheitsversorgung ihrer Kunden eine Erhöhung der Beiträge auslösen, sollte auf fünf Prozent abgesenkt werden. Damit würden die Kunden zwar öfter mit Beitragsanpassungen konfrontiert, im Endeffekt würde dies jedoch enorme Sprünge bei den Beiträgen vermeiden.

Weitere News:

Tops und Flops in der privaten Krankenversicherung

Aktuelle Zahlen zeigen, welche privaten Krankenversicherer in den letzten fünf Jahren die meisten neuen Mitglieder gewonnen haben. Rund die Hälfte der berücksichtigten 33 Anbieter ist gewachsen. Andere Anbieter verbuchen dagegen teils deutliche… mehr

Finanztest: Probleme mit der privaten Krankenversicherung vermeiden

In der aktuellen Ausgabe von Finanztest (08/2016) greift Stiftung Warentest das Thema Probleme mit der privaten Krankenversicherung auf. Denn nicht immer zahlen die Versicherer für jede Behandlung. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn diese nicht… mehr

Finanztest prüft PKV-Ergänzungstarife für Beamte

Beamte haben die Möglichkeit, mit Beihilfeergänzungstarifen ihren Versicherungsschutz aufzustocken. Denn trotz privater Krankenversicherung und Beihilfe bleiben sie manchmal auf Kosten sitzen, etwa wenn Zahnersatz oder eine neue Brille notwendig… mehr

Kosten für Physiotherapie: Ärger mit privater Krankenversicherung

In der Regel profitieren privat Versicherte von sehr guten Leistungen. Doch nicht immer ist im Vertrag eindeutig geregelt, für welche Behandlungen der Versicherer wie viel zahlt. Ein solcher Streitfall stellt beispielsweise die Kostenübernahme… mehr