PKV: Experten fordern neue Regeln zur Beitragsberechnung

Die Anpassung der Beiträge in der PKV setzt viele Versicherte ab 01. Januar 2012 einem hohen Kostendruck aus. Besonders in den Tarifen, welche überdurchschnittlichen Prämiensteigerungen ausgesetzt sind, ist der Ärger und Frust vieler Privatversicherten verständlicherweise hoch. Für den BdV (Bund der Versicherten) ist die aktuelle Situation teilweise unhaltbar. Daher macht sich der BdV für neue Regelungen zur Berechnung des Beitrags stark, in die medizinische Inflation und Kostensteigerungen bereits eingepreist werden sollen.

Kostendruck nimmt deutlich zu

[Berlin] Die aktuelle Situation ist für private Krankenversicherung nicht nur Neuland, sondern auch ein schwerer Imageschaden.

Bislang galt die PKV als verlässliche Säule und konnte gerade mit den umfassenden Leistungen punkten. Durch die aktuelle Berichterstattung und die Problematik der Billigtarife ist die Skepsis gegenüber diesem Zweig der Krankenversicherung aber deutlich gewachsen. Eine Tatsache, welche die Versicherer im Neukundengeschäft ab Januar 2012 sicher spüren werden.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Anpassungen fordert Axel Kleinlein, Vorstandvorsitzender des Bundes der Versicherten (Bund der Versicherten e. V., Postfach 11 53, 24547 Henstedt-Ulzburg), eine neue Praxis in der Beitragsberechnung. Werden die Effekte der medizinischen Inflation und des demografischen Wandels in die Beiträge künftig frühzeitig einkalkuliert, lassen sich in den Augen des BdV Situationen wie im aktuellen Fall vermeiden. Allerdings dürften bei der PKV diese Vorschläge auf ein geteiltes Echo stoßen.

Versicherte zwischen den Stühlen

Für die Versicherte ergeben sich erhebliche Schwierigkeiten, sie stehen buchstäblich zwischen den Stühlen. Auf der einen Seite sind sie natürlich daran interessiert, einen niedrigen Beitrag für die Krankenvollversicherung zu zahlen. Auf der anderen Seite spielt auch der Leistungsgedanke eine Rolle. Werden medizinische Inflation und demografischer Wandel von vornherein einkalkuliert, ergeben sich höhere Einstiegsbeiträge.

Und Beitragsanpassungen sind damit noch lange nicht ausgeschlossen. Denn wie sich der Kostendruck in den kommenden Jahren entwickeln wird bleibt offen. Unterm Strich bleibt die Situation schwierig. Denn auch wenn man Tarif und Versicherung wechseln kann – das Preissteigerungsrisiko bleibt mittel- bis langfristig hoch – egal, für welche Variante man sich letzten Endes entscheidet. Einen Überblick über die Kosten der einzelnen Tarife finden Interessiere im Private Krankenversicherung Vergleich.

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