PKV: Erstsemester können sich privat versichern

Pünktlich zum 1. Oktober 2011 strömen wieder deutschlandweit zehntausende Studenten an Universitäten und Hochschulen. Aufgrund der Aussetzung der Wehrpflicht sowie dem damit verbundenen Wegfall des Zivildienstes rechnen Experten diesmal mit einem Run auf die Unis. Erstsemester sollten sich im Rahmen der Immatrikulation aber nicht nur um Studentenbude und Co. kümmern, sondern auch die Studentische Krankenversicherung im Hinterkopf behalten.

Familienversicherung oder PKV

Wer sich zum 1. Oktober 2011 an einer Universität in Deutschland einschreiben will, muss eine Krankenversicherung nachweisen.

Daran gibt es wenig zu rütteln. Was viele Studenten allerdings nicht wissen: Die nach § 5 SGB V festgelegte Versicherungspflicht im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung lässt sich umgehen. In § 8 SGB V räumt der Gesetzgeber unter anderem Studenten die Möglichkeit ein, sich von dieser Pflicht auf Antrag befreien zu lassen.

Welche Konsequenzen hat dieser Schritt? Wird der Antrag auf Befreiung von der Versicherungspflicht genehmigt, ist der Student versicherungsfrei und kann sich für eine private Krankenversicherung entscheiden. Eine Tatsache, die für Studierende Vorteile haben kann. Einerseits besteht die Chance, im Krankheitsfall von den Leistungen der PKV zu profitieren. Auf der anderen Seite ist die PKV gerade im Ausland wesentlich leistungsstärker als die GKV.

Lohnt sich der Versicherungswechsel?

Viele Studenten müssen jeden Euro zweimal umdrehen und werden daher kaum Ambitionen zeigen, sich außerhalb der beitragsfreien Familienversicherung abzusichern. Eine Tatsache, der es geschuldet ist, dass das Gros der Studenten zu den Kassenpatienten gehört. Allerdings muss der Einstieg in eine PKV kein finanzieller Nachteil sein. Wer Leistungen nach dem BAföG empfängt, erhält im Rahmen einer beitragspflichtigen Krankenversicherung einen Zuschuss in Höhe von 73 Euro.

Mit diesem Zuschuss lassen sich die Beiträge für den Studententarif in der PKV zu einem hohen Prozentsatz decken, es bleibt lediglich eine Lücke von rund 14 Euro pro Monat. Der Studententarif ist bezüglich Prämie und Leistungen bei den beteiligten Unternehmen aus dem Bereich der privaten Krankenversicherung übrigens gleich.

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