PKV: Erneut Maklerprovisionen unter Kritik

Erst vor wenigen Wochen standen die Provisionen von Versicherungsmaklern, für den Abschluss einer Krankenvollversicherung, in der Kritik und Änderungen in den Regelungen stehen kurz vor dem Abschluss. Jetzt will die Koalition auch die Provisionen für Vermittler von Lebensversicherungen beschränken. Hier sind sich Union und FDP jedoch nicht einig über Maßnahmen und Grenzen.

CDU will ähnliche Regelungen wie bei Vollversicherungen

Uneinigkeit in der Union herrscht erneut darüber, wie weit in diese Bereiche eingegriffen werden darf.

Geht der eine Vorschlag ganz klar dahin, eine ähnliche Regelung wie bei der PKV-Vollversicherung, mit nach oben begrenzten Provisionen und einer Verlängerung der Stornolaufzeiten, einzuführen, sind besonders in den Reihen der FDP Kritiker dieses Vorschlages zu finden. Hier wird lediglich eine Verlängerung der Stornozeiten gefordert.

Bisher sind Provisionen in Höhe von 14 Monatsbeiträgen keine Seltenheit, kann in Ausnahmefällen aber auch auf 18 Monatsbeiträge ausfallen. Für Versicherungsmakler ist es aber auch kein Ausnahmefall, dass nach zwei Jahren demselben Kunden einfach ein neues Produkt verkauft wird. In diesen Fällen müssen die Makler, bisher, mit keinerlei Konsequenzen rechnen und können eine neue Provision erhalten. Mit einer Verlängerung der Stornolaufzeit von zwei auf fünf Jahre, könnte zumindest dem ein Riegel vorgeschoben werden. Denn wenn innerhalb der Stornolaufzeit ein neuer Vertrag geschlossen wird, müssen die Makler einen Teil der zuvor erhaltenen Provision zurückzahlen.

Strenger Zeitplan für Koalition

Die Regierungskoalition will sich in den nächsten Wochen mit Vertretern der Versicherungen zu Gesprächen treffen, um mit ihnen mögliche und gerechte Regelungen zu finden, die für alle Beteiligten eine akzeptable Lösung darstellt. Aus den Bereichen der Koalition hieß es daher auch: „Der Meinungsbildungsprozess ist noch nicht abgeschlossen.“

Die Regierung will die Diskussion allerdings so schnell wie möglich hinter sich bringen. Bereits am 19 Oktober soll ein Entwurf stehen und an das Finanzanlagenvermittler- und Vermögensrecht hinzugefügt werden. Geht es allein nach der Koalition, werden die Änderungen dann noch in derselben Woche beschlossen und verabschiedet.

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