PKV: Erfolge durch Bonitätsprüfung bei Hallescher KV

Mit der Einführung der Billigtarife in der PKV stieg auch die Anzahl derer, die ihre Beiträge bereits nach kurzer Zeit nicht mehr zahlen konnten. Um diesem Trend entgegen zu wirken, haben einige private Krankenversicherer die Aufnahmekriterien im Laufe des Jahres verschärft. Jetzt können erste Erkenntnisse gemeldet werden. In der Halleschen Krankenversicherung sind demnach die Nichtzahler rückläufig.

Selbstständige und Freiberufler als Risikogruppe

Die Hallesche Krankenversicherung war die 1. PKV, die bereits zu Beginn des Jahres eine neue Bonitätsprüfung eingeführt hat und ist mit den bisherigen Ergebnissen zufrieden.

  Die Notwendigkeit der Einführung für strengere Annahmekontrollen war dadurch entstanden, dass nicht zahlende Mitglieder auch weiterhin in der PKV versichert bleiben müssen und nicht zurück in die GKV können. Dadurch ist seit Einführung der Versicherungspflicht die Anzahl der Nichtzahler stark angestiegen.

Neben der Halleschen Krankenversicherung haben mittlerweile auch die DKV Krankenversicherung und die HanseMerkur strengere Annahmekontrollen eingeführt. Besonders kritisch wurden dabei immer Jungunternehmer und Freiberufler betrachten, denn besonders in diesen Bereichen ist ein Großteil der Nichtzahler zu finden. Mit der Einführung der strengeren Annahmekontrollen konnte die Hallesche aber auch eine Verbesserung des Maklergeschäftes feststellen. Die Vermittlung wird nicht mehr von Umsatz beherrscht, die Qualität der Vermittlungen sei gestiegen. Besonders für eine Versicherung, die 80 Prozent ihrer Neukunden aus dem Maklergeschäft bezieht, ein entscheidendes Kriterium.

Nichtzahler belasten zahlende Versicherte

Für Privatversicherte, die ihre Beiträge ordnungsgemäß bezahlen, sind Nichtzahler ein Problem. Denn sie müssen die Zahlungsausfälle mit kompensieren, wodurch die Beiträge ansteigen. Experten schätzen das finanzielle Loch, welches durch Nichtzahler bisher entstanden ist, auf rund 400 Millionen Euro.

Für die Hallesche Krankenversicherung hat sich die neue Bonitätsprüfung bisher gelohnt, die Menge der zahlungssäumigen Mitglieder ist zurückgegangen. Und auch wenn die Zahl derer, welche die Bonitätsprüfung nicht bestanden haben, bei etwa 10 Prozent liegt, ist mit der gestiegenen Vermittlungsqualität eine deutliche Verbesserung der Versichertenstruktur zu erkennen.

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