PKV einverstanden mit Provisions-Deckelung

Die privaten Krankenversicherer begrüßen die zum 01. April 2012 in Kraft tretende Novellierung des Versicherungsaufsichtsgesetzes. Wie Josef Beutelmann, Generaldirektor der Barmenia Versicherung am Dienstag auf einer Fachtagung in Berlin erklärte, sei die Branche mit der Deckelung der Vermittlungsprovisionen für Makler zufrieden.

Gesetzesänderung begrenzt Maklerprovisionen

Beutelmann führte aus, dass die Einführung für Provisionsobergrenzen durch den Gesetzgeber wichtig sei, da die Branche aus kartellrechtlicher Sicht keine eigene Lösung zur Deckelung der Maklerprovisionen herbeiführen konnte. Nachdem externe Versicherungsmakler für eine Kundenvermittlung angeblich zum Teil bis zu 18 Monatsbeiträge von den privaten Krankenversicherungsgesellschaften erhalten hatten, reagierte der Gesetzgeber im vergangenen Jahr mit einer Gesetzesänderung. Ein Gesetz zur Novellierung des Finanzanlagenvermittler- und Vermögensanlagerechts war noch im Dezember des letzten Jahres verkündet worden, der Artikel 22 zur Änderung des Versicherungsaufsichtsgesetzes tritt nun mit Beginn des zweiten Quartals dieses Jahres in Kraft. Die privaten Krankenversicherungen dürfen dann nur noch eine Provision in Höhe von maximal 3,3 Prozent der Bruttobeitragssumme auszahlen. Insgesamt wird die Provision für eine Vertragsvermittlung auf 9 Monatsbeiträge reduziert. Für die privaten Versicherer bedeutet das nun viel Arbeit, da sie alle bestehenden Verträge mit den Maklern anpassen müssen.

Guter Rat bleibt dennoch teuer

Auch mit der geplanten Deckelung verdienen die Versicherungsvermittler jedoch weiterhin gut. Dies sei laut Beutelmann aber auch gerechtfertigt, denn eine gute Beratung müsse auch entsprechend bezahlt werden. Durch die gesetzlichen Änderungen werden die Makler zugleich auch stärker in die Pflicht genommen. Denn neben den Obergrenzen für Vermittlerprovisionen sieht das Gesetz zur Novellierung des Finanzanlagenvermittler- und Vermögensanlagenrechts zusätzlich vor, dass die Stornohaftung für Versicherungsmakler auf fünf Jahre verlängert wird. Wenn der vermittelte Kunde innerhalb dieses Zeitraums einen Versicherungswechsel durchführt, erhält die private Krankenversicherung dann einen Teil der gezahlten Provision vom Makler zurück. Dadurch soll verhindert werden, dass Versicherungsexperten einen Kunden innerhalb kürzester Zeit zu einem Wechsel raten, um erneute Provision von einer anderen privaten Krankenversicherung einzuziehen.

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