PKV: Durchschnittliche Beitragsanpassung geringer als angenommen

[12.12.2011] Das unabhängige Analysehaus Morgen & Morgen hat Tarife der privaten Versicherer und deren Beitragsanpassung analysiert und zusammengestellt. Das Ergebnis kommt nach den Meldungen der letzten Wochen mit massiven Beitragsanpassungen etwas überraschend – die durchschnittlichen Beitragsanpassungen ab 01.01.2012 liegen laut Morgen & Morgen bei 4,4% und damit deutlich unter Vorjahresniveau von 7%. Die Hälfte aller Tarife ist laut Morgen & Morgen beitragsstabil.

Beiträge für Männer steigen mehr an als für Frauen

[Berlin] Dass es auch in diesem Jahr wieder einige wenige Tarife gibt, in denen die Beiträge massiv erhöht werden müssen, hat auch Morgen & Morgen festgestellt.

Von Erhöhungen von bis zu 32 Prozent ist bei dem Analysehaus die Rede. Die durchschnittlichen Erhöhungen fallen dieses Jahr jedoch weitaus positiver aus. So haben die Untersuchungen ergeben, dass in den Tarifen für Personen zwischen 21 und 50 Jahren die Beiträge im Durchschnitt um 4,4 Prozent zulegen werden. Im Vorjahr lag die durchschnittliche Erhöhung noch bei 7 Prozent.

Werden bei den Tarifanpassungen auch die Tarife mit einberechnet, die keine Erhöhung erfahren, liegt der Wert gar nur bei 2,4 Prozent, im Vorjahr waren es hier noch 4,5 Prozent. Des Weiteren hat das Analysehaus festgestellt, dass in diesem Jahr die Beiträge für Männer deutlicher zulegen werden als für Frauen. Bei Männern muss man mit durchschnittlichen Erhöhungen von 5,1 Prozent rechnen, bei Frauen sind es lediglich 3,6 Prozent. Besonders erfreulich ist laut Morgen & Morgen, dass bei 45 Prozent der Tarife keine Erhöhungen durchgeführt werden.

Beitragsanpassungen niedriger als befürchtet

Besonders nach den Hiobsbotschaften der vergangenen Wochen kann die PKV-Branche damit auf gute Nachrichten bauen. Auch wenn es einige Ausreißer in den Statistiken gibt, in denen die Versicherten sehr tief in die Tasche greifen müssen, sind diese wieder die Ausnahme.

Die Kehrseite der Medaille ist allerdings, dass in der Mehrheit der Tarife mit Selbstbehalt im kommenden Jahr auch die Selbstbehalte erhöht (hierfür gilt ebenfalls ein Sonderkündigungsrecht) werden müssen. Besonders ältere Versicherte und die Billigtarife sind von hohen Beitragsanpassungen betroffen.

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