PKV: Droht ein Kollaps der Krankenversicherung?

Das deutsche System zweier parallel existierender Krankenversicherungssysteme ( GKV und PKV ) ist an einem entscheidenden Punkt angekommen. Die Kosten steigen seit Jahren und damit die Belastungen für die Versicherten. Was viele Bürger umtreibt ist die Frage, wohin das Gesundheitswesen steuert. Glaubt man einigen Experten, ist das System der Bürgerversicherung, die aus der gesetzlichen und privaten Krankenversicherng hervorgehen soll, wie es der SPD vorschwebt, nicht sehr weit hergeholt. Auch Hans-Peter Schwintowski, Jurist und Versicherungsexperte, ist gegenüber der „Wirtschaftswoche“ dieser Meinung.

Experte prophezeit Kollaps

Was die Äußerungen des Rechtswissenschaftlers so brisant macht, ist die eindeutige Richtung, auf welche Hans-Peter Schwintowski abzielt.

  Kommt es nicht bald zu entscheidenden Veränderungen im Bereich der Krankenversicherung, droht Deutschland der Kollaps. Durch die hohen Kosten und ungünstigen Rahmenbedingungen sieht der Experte den Zusammenbruch des Systems voraus. Und Hans-Peter Schwintowski weiß, wovon er spricht.

Der 63-Jährige ist nicht nur Experte im Bürgerlichen, Handels- und Wirtschaftsrecht. Hans-Peter Schwintowski hat im Beirat der BaFin und dem wissenschaftlichen Beirat des BdV gesessen. Eine gewisse Kompetenz in Versicherungsfragen kann man Hans-Peter Schwintowski also sicher nicht absprechen. Wie sieht der Jurist aber die Zukunft der Krankenversicherung in Deutschland? Geht es nach Hans-Peter Schwintowski, kommt auch hierzulande die Einheitsversicherung.

Einheitliche Grundversorgung, private Zusatzversicherung

Über diese Einheitsversicherung wird die grundlegende gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung abgewickelt. Wie hoch am Ende der Beitrag ist und welche Leistungen genau diese Einheitsversicherung umfasst, kann natürlich auch Hans-Peter Schwintowski nicht sagen. Allerdings schwebt dem Juristen eine Krankenversicherung vor, die Risiken unterschiedlich bewertet. So sollen etwa Raucher in der Einheitsversicherung mehr zahlen usw.

Kritisch hat sich Hans-Peter Schwintowski dagegen zu einigen Punkten der bestehenden Krankenversicherung geäußert. So stört den Juristen unter anderem die Beschneidung bei der Übernahme von Altersrückstellungen beim Versicherungswechsel. Hier sieht Hans-Peter Schwintowski Konfliktpotenzial. Die nur teilweise bestehende Übertragung der Rückstellungen bezeichnete er in der „Wirtschaftswoche“ als „eine teilweise Enteignung“.

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