PKV: Diskussion um Beiträge geht weiter

Eine Verdreifachung der Beiträge bis zum Rentenalter? Ausreichende Altersrückstellungen und damit Zukunftsmodell? Die private Krankenversicherung wird heiß diskutiert. Allein 2010 konnte die PKV 74.500 mehr Mitglieder verbuchen, allerdings geht der Trend nach unten. Denn 2009 waren es noch 141.700.

Hohe Beitragssteigerungen in einzelnen Tarifen

Derzeit diskutieren sowohl Vertreter der gesetzlichen als auch der privaten Krankenversicherung darüber, ob es derzeit unter den Privatversicherten verstärkte Bemühungen gibt in die gesetzliche Krankenversicherung zurückzukehren. Nach den teils drastischen Beitragserhöhungen zum Jahr 2012, die vor allem aufgrund von Fehlkalkulationen bei den Einsteigertarifen, aber auch durch die neue Gebührenordnung der Zahnärzte und Nichtzahler innerhalb der privaten Krankenversicherung zustande kamen, ist es sicher nicht verwunderlich, wenn der eine oder andere Privatversicherte am liebsten wieder in die gesetzliche zurück will.

Verbraucherschützer warnen

Allerdings hält sich der Trend wohl weitaus mehr in Grenzen, als ein aktueller Spiegel-Bericht vermuten lässt. Dennoch warnen Verbraucherschützer vor falschen Vorstellungen bezüglich der PKV. So gibt Ulrike Steckkönig, Gesundheitsexpertin der Zeitschrift „Finanztest„, zu bedenken, dass ein Versicherter, der sich Anfang 30 privat versichert bis zum Rentenalter mit einer Verdreifachung der Beiträge rechnen muss.

Altersrückstellungen gegen Beitragserhöhungen

Die privaten Krankenversicherer halten dagegen, dass durch die Altersrückstellungen diesem Problem entgegengewirkt wird. Die Altersrückstellungen werden auch von jungen Versicherten zusätzlich zu dem bezahlt, was eigentlich für die durchschnittliche Versorgung in der entsprechenden Altersgruppe anfallen würde. Der Überschuss wird später dazu genutzt die für den Verbraucher negative Beitragsentwicklung abzubremsen. So stünden der Branche 158 Milliarden Euro an Altersrückstellungen zur Verfügung. Die PKV sei damit noch immer als Zukunftsmodell zu betrachten.

Bürgerversicherung als Alternative?

Dabei gibt es alternative Modelle, etwa der Grünen und Linken, die beispielsweise mit der sogenannten Bürgerversicherung das Gesundheitssystem vollständig neu aufstellen möchten. Diese Versicherung soll laut Plänen einen Grundschutz für alle Bürger bieten. Zusatzleistungen könnte man dann nur noch über Zusatzversicherungen erhalten, die privaten Krankenversicherer müssten sich wahrscheinlich von dem Geschäft mit den Krankenvollversicherungen verabschieden. Doch nicht nur die privaten Krankenversicherer stehen diesem Konzept kritisch gegenüber. Barmer-GEK-Chef Christoph Straub äußert sich ähnlich wie andere Vertreter der gesetzlichen Krankenkassen negativ dazu und meint, die Gesetzliche Krankenversicherung müssen eine echte Vollversicherung bleiben.

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