PKV: Die Bürgerversicherung und ihre Folgen für Verbraucher

[07.12.2011] Sollte die SPD bei den kommenden Wahlen wieder Regierungspartei werden, dürfte dem Gesundheitswesen eine Umstrukturierung bevorstehen. Denn die SPD ist klarer Befürworter der Bürgerversicherung, deren Konzept am Dienstag, den 06. Dezember 2011, auf dem SPD-Parteitag vorgestellt wurde. Die Pläne der SPD sehen vor, die Gleichheit zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer wieder herzustellen sowie einen Wechsel zwischen PKV und GKV zu ermöglichen.

Bürgerversicherung als Ende der jetzigen PKV

[Berlin] Sollte die Bürgerversicherung Einzug in das deutsche Gesundheitswesen halten, bedeutet dies das Ende der PKV, wie wir sie heute kennen.

Denn alle Bürgerinnen und Bürger wären dann in verschiedenen einheitlich geregelten Krankenkassen versichert und die PKV würde sich auf das Zusatzversicherungsgeschäft beschränken müssen. Für Gering- und Mittelverdiener würden sich sinkende Beiträge und die Abschaffung des Zusatzbeitrages bedeuten. Gutverdiener hingegen müssten tiefer in die Tasche greifen.

Sollte eine Bürgerversicherung tatsächlich eingeführt werden, so würde es mit großer Wahrscheinlichkeit zu einem Aufnahmestopp in die PKV für Vollversicherte kommen. Gleichzeitig will die SPD den Verbrauchern die Möglichkeit gegeben, ohne Verlust der Altersrücklagen in die GKV zurückzukehren. Sollte ein Großteil der Versicherten der PKV dann den Rücken zuwenden – was aufgrund von Umfragen wahrscheinlich ist – würden große Belastungen auf die verbliebenen Versicherten zukommen.

Besserverdienende zahlen mehr

Bisher wird der Maximalbeitrag in der GKV an der Beitragsbemessungsgrenze festgemacht. Das Konzept der Bürgerversicherung sieht jedoch vor, das gesamte Lohneinkommen anzurechnen, wodurch besonders Gutverdiener tiefer in die Tasche greifen müssten. Nach den Plänen der SPD würde es in der Bürgerversicherung jedoch keinen Zusatzbeitrag mehr geben und die Krankenkassen würden die Selbstbestimmung über ihre Beiträge zurückerhalten.

Aber auch bei einem Sieg der SPD bei den nächsten Bundestagswahlen ist mit einer Einführung der Bürgerversicherung nicht vor 2015 zu rechnen. Verbraucherschützer kritisieren derweilen die massiven Erhöhungen der Prämien in der PKV für das kommende Jahr. Michael Wortberg von der Verbraucherzentrale Rheinland Pfalz erklärte zu der momentanen Situation: „So gräbt sich die PKV ihr eigenes Grab.“ Interessierte, die sich gerne über einen Wechsel in die PKV beraten lassen möchten, finden weitere Informationen bei finanzen.de

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