PKV: Der Arbeitgeberzuschuss steigt 2012

2011 war für die private Krankenversicherung kein einfaches Jahr. Was über die negativen Entwicklungen der Branche, wie säumige Beitragszahler und hohe Beitragsanpassungen zum 01. Januar 2012, hinweghilft, ist ein durchaus positives Neukundengeschäft, welches vor allem durch die Senkung der JAEG und dem Verzicht auf die dreijährige Wartezeit gewachsen ist. Versicherte, die sich dieses Jahr für die PKV entschieden haben, können sich im kommenden Jahr über einige Neuerungen freuen – wie einen steigenden Arbeitgeberzuschuss.

Der Chef zahlt auch für Privatversicherte zu

[Berlin] Denn ähnlich der Situation für Arbeitnehmer, die im Rahmen der GKV versichert sind, wird vom Chef auch beim Bestehen einer privaten Krankenversicherung der Arbeitgeberzuschuss geleistet.

Im Jahr 2011 belief sich der Zuschuss vom Arbeitgeber auf 271,01 Euro pro Monat. Ab 01. Januar 2012 steigt der Arbeitgeberzuschuss – auf 279,23 EUR im Monat. Allerdings profitieren nur Privatversicherte von dieser Entwicklung, welche den Zuschuss vom Chef voll ausreizen.

Denn der Arbeitgeberzuschuss orientiert sich auch in der privaten Krankenversicherung an der jeweils geltenden Beitragsbemessungsgrenze. Und diese steigt im kommenden Jahr deutlich an. Beträge, welche oberhalb der maximalen Höhe des Arbeitgeberzuschusses liegen, müssen Privatversicherte im Übrigen aus eigener Tasche finanzieren, was besonders bei älteren Versicherten oder Privatpatienten mit Kindern der Fall sein kann.

Neue BBG nicht einzige Änderung ab Januar

Die neue Beitragsbemessungsgrenze (BBG) hat also nicht nur für gesetzlich Versicherte Auswirkungen. Darüber hinaus werden ab Januar weitere Änderungen wirksam, welche fundamentalen Einfluss im kommenden Jahr auf die PKV haben dürften. Pünktlich zum Jahreswechsel wird die Versicherungspflichtgrenze angehoben und steigt auf 50.850 Euro.

Damit schrumpft die Zahl potenzieller Neukunden für die privaten Versicherer, denn auch wer dieses Jahr die geltende JAEG von 49.500 Euro erreicht, wird nicht automatisch versicherungsfrei, da eine relativ unbekannte Einschränkung das Überschreiten der Versicherungspflichtgrenze in 2 aufeinanderfolgenden Jahren zur Bedingung für die Versicherungsfreiheit und damit den Wechsel in die PKV macht.

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