PKV: Continentale-Chef fordert Engagement

Auf dem 11. Continentale PKV-Forum in Köln sprach der Chef Rolf Bauer deutliche Worte. Er forderte mehr Engagement von den privaten Anbietern und ist der Meinung, dass die Transparenz in der PKV erhöht werden muss, um dauerhaft bestehen zu können. Im Vergleich mit der aktuell heiß geführten Diskussion und möglichen Alternative: Die Bürgerversicherung sieht der Chef der Continentale Krankenversicherung im Vergleich zur PKV im Rückstand.

Mit Transparenz und Zugänglichkeit kann PKV erhalten bleiben

Für Rolf Bauer ist klar, soll das bundesdeutsche Gesundheitssystem bestehen bleiben, sind eine starke und sichere GKV ebenso notwendig, wie eine stabile PKV.

Momentan sieht er eine stabile Sicherung der PKV aber nicht, zumindest auf lange Sicht. Er erklärte im Zusammenhang damit, im Moment herrsche eine „schon fast düstere Untergangsstimmung für das Segment der privaten Krankenversicherung“.

In seinen Augen ist der größte anzunehmende Unfall der, wenn die Bürgerversicherung tatsächlich eingeführt wird und die privaten Anbieter verschwinden würden, bzw. lediglich die Sparte der Zusatzversicherungen übrig bleiben würde. Bauer sieht auch die Möglichkeit einer schrittweisen Annäherung der beiden Systeme für realistisch an, lediglich die strikte Trennung der beiden Systeme sei nicht mehr diskutabel.

Baustelle PKV

Sollte die PKV bestehen bleiben, so sieht Rolf Bauer drei große Baustellen und Probleme, die zuerst abgeschafft werden müssen. Zum einen ist die GKV mit ihren finanziellen Mitteln schwach aufgestellt und könnte daher die neun Millionen Vollversicherten aus der PKV gut gebrauchen. Zum anderen sind politische Reformen im Gesundheitswesen mit gleichmäßiger Rücksicht auf beide Systeme schwer durchzusetzen und drittens die Ansicht der PKV in der Öffentlichkeit.

Für viele Versicherte in der GKV stellt die PKV den Inbegriff der Zwei-Klassengesellschaft dar, weshalb sie auch sehr kritisch über dieses System nachdenken. Um in der Gesellschaft ein Umdenken hervorzurufen, ist mehr Transparenz gefragt. Bauer erklärte dazu, „Die private Krankenversicherung muss mehr Transparenz in ihrer Andersartigkeit einbringen“, nur so könne sie ihr Image in der Öffentlichkeit ändern.

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