PKV: Central verlangt keine Originalkündigung

[20.12.2012] Viele Verbraucher machen dieser Tage Gebrauch von ihrem Sonderkündigungsrecht, welches sie bei Beitragsanpassungen ihrer Krankenversicherung automatisch haben. In der vergangenen Woche wurde bekannt gegeben, dass der Versicherer Central die Kündigungsschreiben nur im Original bis zum 31.12.2011 akzeptiert. Am Montag wurde diese Meldung jedoch wieder dementiert und Verbraucher können die Kündigung auf allen Wegen einreichen.

Verbraucher können auf allen Wegen kündigen

[Berlin] Zum 1. Januar 2012 müssen viele private Versicherungsunternehmen ihre Beiträge wieder anpassen.

Auch wenn die durchschnittlichen Anpassungen geringer ausfallen, als es zuerst den Anschein machte – die durchschnittlichen Erhöhungen liegen bei 4,4 Prozent – wechseln viele Verbraucher ihre Krankenkasse unter Berufung auf das Sonderkündigungsrecht bei Beitragsanpassungen. In der vergangenen Woche sorgte die Central Krankenversicherung für Aufregung, als am 15. Dezember 2011 bekannt wurde, dass der Kölner Versicherer nur Kündigungen im Original akzeptiere. Demnach sollten Kündigungen via E-Mail oder Fax keine Beachtung finden.

Problematisch für die Verbraucher ist dabei, dass plötzlich die Kündigungsfrist von einem Monat nach Bekanntgabe der Beitragsanpassung kaum mehr einzuhalten ist und der Verbraucher unter Einhalt der regulären Kündigungsfrist beim Versicherer verbleiben muss. Am 19. Dezember meldete sich die Central Krankenversicherung erneut zu Wort und gab bekannt, dass die Kündigung auf jedem Weg akzeptiert wird. Die Central erklärte dazu: „Kündigungen können, müssen aber nicht im Original eingereicht werden. Der Eingangskanal, ob Fax, Post oder Mail ist dabei egal.“

Experten empfehlen sicheren Weg

Wer sich jetzt noch unsicher sein sollte, welcher Weg eine sichere Kündigung garantiert, dem empfehlen Experten über den Weg von Einschreiben mit Rückschein zu gehen. Auf der ganz sicheren Seite sind sie dann, wenn sie nach dem Abschicken des Briefes, der Versicherung noch ein Fax mit der Information über den Versand der Kündigung zukommen lassen.

Verbraucher sollten aber außerdem beachten, dass nicht nur die Kündigung innerhalb der Frist beim Versicherer eingegangen sein sollte, sondern auch der Nachweis über die Folgeversicherung. Bisherige Gerichtsverfahren, wie vor dem Amtsgericht Aachen (Az. 107 C 360/10) oder dem Landgericht Hagen (Az. 10 O 128/10), haben hierzu allerdings unterschiedliche Urteile ergeben.

Weitere News:

Tops und Flops in der privaten Krankenversicherung

Aktuelle Zahlen zeigen, welche privaten Krankenversicherer in den letzten fünf Jahren die meisten neuen Mitglieder gewonnen haben. Rund die Hälfte der berücksichtigten 33 Anbieter ist gewachsen. Andere Anbieter verbuchen dagegen teils deutliche… mehr

Finanztest: Probleme mit der privaten Krankenversicherung vermeiden

In der aktuellen Ausgabe von Finanztest (08/2016) greift Stiftung Warentest das Thema Probleme mit der privaten Krankenversicherung auf. Denn nicht immer zahlen die Versicherer für jede Behandlung. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn diese nicht… mehr

Finanztest prüft PKV-Ergänzungstarife für Beamte

Beamte haben die Möglichkeit, mit Beihilfeergänzungstarifen ihren Versicherungsschutz aufzustocken. Denn trotz privater Krankenversicherung und Beihilfe bleiben sie manchmal auf Kosten sitzen, etwa wenn Zahnersatz oder eine neue Brille notwendig… mehr

Kosten für Physiotherapie: Ärger mit privater Krankenversicherung

In der Regel profitieren privat Versicherte von sehr guten Leistungen. Doch nicht immer ist im Vertrag eindeutig geregelt, für welche Behandlungen der Versicherer wie viel zahlt. Ein solcher Streitfall stellt beispielsweise die Kostenübernahme… mehr