PKV: Beitragsstabile Tarife rücken in den Mittelpunkt

Seit Anfang Dezember bekannt wurde, dass in einigen privaten Krankenversicherungen die Tarife ab 01. Januar 2012 erheblich steigen, ist das Thema Beitragsanpassung zum Dauerbrenner. Selbst nach Weihnachten tauchen die überdurchschnittlichen Prämienanpassungen immer wieder in den Nachrichten auf. Dabei schnell verloren geht für den Laien der Überblick über den Zusammenhang, denn in der Masse fallen die Beitragsanpassungen moderat aus, in einigen Fällen können Versicherer sogar ganz darauf verzichten.

Beitragsgarantie statt hohe Prämie

[Berlin] Den Stein ins Rollen gebracht hatte die Central Krankenversicherung aus Köln, die in einigen Tarifen zu einer Beitragsanpassung von 40 Prozent und mehr greifen musste.

Damit reagiert man in der Versicherung auf externe Faktoren, welchen den Beitrag unter Druck setzen. Dass es teilweise ältere Versicherte trifft, ist für die Betroffenen natürlich doppelt hart, da hier die Prämien bereits ein gewisses Niveau erreicht haben. Allerdings fallen die Anpassungen im Branchendurchschnitt wesentlich moderater aus.

In einigen Fällen geben die Versicherer ihren Kunden sogar eine Beitragsgarantie – bis 2013. Zwei Tatsachen, die man trotz der anhaltenden Debatte rund um die Prämien in der privaten Krankenversicherung nicht außer Acht lassen sollte. Was in diesem Zusammenhang zusätzlich berücksichtigt werden muss, ist die Betrachtung der Anpassungen in den letzten Jahren. Hier haben einige Versicherer in Ratings Spitzenplätze erreicht – aufgrund von Erhöhungen im Bereich von nur drei bis vier Prozent pro Jahr.

Beitragsstabilität wird zum neuen Gütesiegel

An den Beitragsanpassungen zum 01. Januar 2012 können die betroffenen Versicherten nicht rütteln, ihnen bleibt nur der Wechsel in einen neuen Tarif oder zu einem anderen Versicherer. Allerdings dürfte die aktuelle Entwicklung für die PKV im kommenden Jahr nachhaltige Folgen haben. Wer dieses und im kommenden Jahr die JAEG überschreitet und in die private Krankenversicherung wechselt, wird sich gerade die Beitragsstabilität der vergangenen Jahre sehr genau anschauen.

Damit dürfte dieser Faktor zunehmend in den Mittelpunkt rücken und für Versicherer wie die HanseMerkur oder DKV zu einem Aushängeschild werden, die in der letzten Analyse des Ratinghauses Morgen & Morgen Spitzenplätze belegt haben.

Weitere News:

Tops und Flops in der privaten Krankenversicherung

Aktuelle Zahlen zeigen, welche privaten Krankenversicherer in den letzten fünf Jahren die meisten neuen Mitglieder gewonnen haben. Rund die Hälfte der berücksichtigten 33 Anbieter ist gewachsen. Andere Anbieter verbuchen dagegen teils deutliche… mehr

Finanztest: Probleme mit der privaten Krankenversicherung vermeiden

In der aktuellen Ausgabe von Finanztest (08/2016) greift Stiftung Warentest das Thema Probleme mit der privaten Krankenversicherung auf. Denn nicht immer zahlen die Versicherer für jede Behandlung. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn diese nicht… mehr

Finanztest prüft PKV-Ergänzungstarife für Beamte

Beamte haben die Möglichkeit, mit Beihilfeergänzungstarifen ihren Versicherungsschutz aufzustocken. Denn trotz privater Krankenversicherung und Beihilfe bleiben sie manchmal auf Kosten sitzen, etwa wenn Zahnersatz oder eine neue Brille notwendig… mehr

Kosten für Physiotherapie: Ärger mit privater Krankenversicherung

In der Regel profitieren privat Versicherte von sehr guten Leistungen. Doch nicht immer ist im Vertrag eindeutig geregelt, für welche Behandlungen der Versicherer wie viel zahlt. Ein solcher Streitfall stellt beispielsweise die Kostenübernahme… mehr