PKV: Beitragsrückerstattungen nicht immer sinnvoll

In der PKV werden Versicherte für leistungsfreie Jahre belohnt – mit der sogenannten Beitragsrückerstattung, kurz BRE. Dahinter verbirgt sich ein einfaches Bonusprinzip. Wer nicht zum Arzt muss oder die Rechnungen aus eigener Tasche finanziert, erhält einen Teil der gezahlten Versicherungsprämien im Rahmen der PKV Beitragsrückerstattung zurück. Die Monate Juli, August und September sind für viele Mitglieder die Zeit, in der die BRE auf dem Konto eingeht. Allerdings lohnt sich die BRE nicht immer.

BRE – wichtige Grundregeln für Privatversicherte

Viele Versicherer aus dem Bereich der PKV werben nach wie vor mit der BRE.

Eine Tatsache, die bei manchem Neukunden ihre Wirkung nicht verfehlt. Wer lässt sich schon gern die Chance entgehen, bei entsprechender Leistungsfreiheit nicht zwei oder drei Monatsbeiträge wieder mitzunehmen. Eine Tatsache fällt dabei leider unter den Tisch: Die BRE reduziert die im Rahmen der Steuererklärung ansatzfähigen Aufwendungen zur PKV. Viele Privatversicherte schließen daher einen Vertrag ab, der zwar hohe Rückerstattungen vorsieht, sich aus steuerlicher Sicht aber nicht auszahlt.

Und es gibt einen weiteren Punkt, der sich noch nicht bis zu allen Versicherten der PKV herumgesprochen hat. Nach wie vor sind viele Privatpatienten der Meinung, auch die Rückerstattung mit dem Arbeitgeber teilen zu müssen. Dies entspricht aber nicht den tatsächlichen Rahmenbedingungen. In welcher Höhe der Chef über den Arbeitgeberzuschuss an der PKV seiner Mitarbeiter beteiligt wird, hängt einzig und allein von der Mitteilung der privaten Krankenversicherung zur Beitragshöhe ab.

Lohnt sich die BRE?

Natürlich wirft gerade die Konstellation aus steuerlicher Sicht die Frage auf, ob sich die Suche nach einer privaten Krankenversicherung mit hoher Beitragsrückerstattung lohnt. Leider muss dieser Bereich sehr differenziert betrachtet werden. Interessant ist die BRE für den Arbeitnehmer, der zwar bei der Einkommenssteuer keine Vorteile genießt, aber eventuell von der Differenz zwischen Arbeitgeberzuschuss und Realbeitrag (Versicherungsprämie minus BRE) profitieren kann.

Aus Sicht eines Selbständigen/Existenzgründer hat durch den steuerlichen Ansatz die BRE an Attraktivität verloren. Hier wäre sie von Vorteil, wenn sich die wesentlichen Bestandteile der BRE auf Leistungen außerhalb der Basisversorgung beziehen würden, deren steuerliche Ansatzfähigkeit in der Theorie also erhalten bliebe.

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