PKV: Beitragsrückerstattungen in der Steuererklärung berücksichtigen

Eine große Stärke der PKV sind die Beitragsrückerstattung, welche die Versicherer an ihre Mitglieder für leistungsfreie Zeiträume ausschütten. Und auch wenn die Rückerstattung den Arbeitgeberzuschuss zur PKV nicht weiter beeinflusst – bei der Anfertigung der Steuererklärung sollte man die BRE nicht unter den Tisch fallen lassen. In der Anlage Vorsorgeaufwand will der Fiskus nicht nur wissen, wie hoch die Beiträge zur Krankenversicherung im letzten Jahr gewesen sind, sondern auch ob der Versicherte einen Teil der Prämien über die BRE zurückerhalten hat.

BRE mindern abzugsfähigen Aufwand

Die Anlage Vorsorgeaufwand erfasst – wie der Name bereits ausdrückt – die Aufwendungen des Steuerpflichtigen für Altersvorsorge, Kranken- sowie Pflegeversicherung usw.

Die Beitragsrückerstattungen, mit denen die PKV immer wieder wirbt, verringern diesen Aufwand. In welcher Höhe hängt natürlich von den Konditionen des Versicherers und der Leistungsfreiheit ab. Grundsätzlich gilt für die Beitragsrückerstattung, dass in einem Jahr durch die PKV keine Leistungen erbracht werden dürfen.

Allerdings bestätigen auch hier Ausnahmen die Regel. Einige Versicherer schütten selbst für Jahre eine BRE aus, wenn der Versicherte Rechnungsbelege vom Arzt eingereicht hat. In diesem Fall wird die Rechnungssumme einfach von der BRE für leistungsfreie Jahre abgezogen. Der Privatversicherte erhält anschließend die Differenz als anteilige Beitragsrückerstattung.

BRE immer angeben

Natürlich ist die Verlockung sicher bei einigen Privatpatienten hoch, die BRE einfach in der Einkommenssteuererklärung nicht anzugeben. Allerdings sieht man sich in diesem Fall womöglich erheblichem Ärger mit dem Fiskus gegenüber. Denn es besteht durchaus die Gefahr des Vorwurfs der Steuerhinterziehung, falls die Beiträge zur PKV angegeben, die BRE aber verschwiegen werden. Für den Versicherten ergibt sich aus dieser Situation ein eindeutiger Hinweis in Bezug auf die Suche nach einer neuen PKV.

Die BRE sind, da sie die abzugsfähigen Sonderausgaben mindern, nicht mehr so interessant wie früher. Es ist daher grundsätzlich zu prüfen, inwiefern sich Tarife mit einer hohen Beitragsrückerstattung für den Privatversicherten noch lohnen oder ab sich deren Vorteil über die steuerliche Komponente aufhebt.

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