PKV: Beitragsoptimierung nicht immer sinnvoll

Wechselwillige Versicherte der privaten Krankenversicherung stehen häufig vor dem Problem, dass sie nur spärliche Informationen erhalten, welche alternativen Tarife für sie in Frage kommen und was sie das kosten würde. Daher haben sich mehrere Unternehmen darauf spezialisiert gegen eine Gebühr, den Privatversicherten beim Wechsel zu helfen. Das Handelsblatt hat solche Angebote nun untersucht.

Unternehmen bieten Beitragsoptimierung

Dabei müsste man als Versicherter nicht blind auf die Empfehlungen dieser Unternehmen vertrauen. Denn auch wenn sich durch einen Tarifwechsel erhebliche Ersparnisse ergeben können, muss man hier als Versicherter zwei Dinge beachten. Einerseits empfehlen die Unternehmen zuweilen auch Tarife, die vor der Schließung stehen. Damit kommen nur noch begrenzt neue Versicherungsmitglieder in den Tarif, dieser droht dann zu veralten und damit teurer zu werden.

Gebühren der Optimierung

Zum anderen muss man in die Rechnung auch die Gebühren des Unternehmens mit einbeziehen. Die Optimierung kostet häufig das Acht- bis Zwölffache der monatlichen Ersparnis. Ist der neue Tarif etwa 150 Euro günstiger, werden hier schnell Gebühren in Höhe von 2142 Euro (inkl. Mehrwertsteuer) fällig. Das Handelsblatt weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass der Tarifwechsel an sich gesetzlich zugesichert und kostenlos ist und man hier für die reine Recherchearbeit zahlt.

Alternativen zur Optimierung

Damit lohnen sich die Leistungen der Optimierer durchaus. Allerdings nicht für jeden Kunden. In einigen Fällen kann man sich durch beharrliche Anfragen bei dem privaten Krankenversicherer einiges an Geld sparen. Zumal bei den Optimierungen auch häufig auf eine möglichst hohe Ersparnis und damit ein möglichst hoher Gewinn für die Optimierer geachtet wird. Dies geht jedoch nicht selten zu Lasten der Leistungen.

Denn die günstigsten Tarife bieten häufig weitaus weniger Leistungen, als die Top-Tarife. Vergleicht man hingegen die verschiedenen Tarife selbst, kann man auch den gewünschten leistungsumfang mit in Betracht ziehen und spart sich die Gebühren für die Optimierung. Das Handelsblatt rät Versicherten, die Probleme haben etwa Auskünfte bei ihrer Versicherungsgesellschaft über alternative Tarife zu erhalten, sich gegebenenfalls an den Ombudsmann der PKVen oder aber den Bund der Versicherten zu wenden.

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