PKV: Beitragserhöhungen nehmen laut Morgen & Morgen zu

Dass die Kosten im Gesundheitswesen steigen, ist kein Geheimnis mehr. Insbesondere die Privatversicherten bekommen diese Entwicklung in Form der Beitragsanpassungen immer wieder zu spüren. Laut einer aktuellen Untersuchung der Rating-Agentur Morgan & Morgan ist zwar das allgemeine Niveau der Beitragserhöhungen in der PKV stabil geblieben. Allerdings nehmen die Extreme und damit beitragsinstabile Beiträge zu.

Großer PKV-Test von Morgen & Morgen

Durchgeführt hat den groß angelegten Test der privaten Krankenversicherung die Agentur Morgen & Morgen.

Das Ergebnis: Im Vergleich zum Vorjahr legen die Prämien der privaten Versicherer um ca. 4,9 Prozent zu. Damit bleibt die Branche quasi dem bisherigen Trend treu, denn aus der Untersuchung geht hervor, dass die Beitragsanpassungen in den vergangenen zehn Jahren bei rund fünf Prozent lagen.

Was der Agentur Morgen & Morgen besonders aufgefallen ist, betrifft die beitragsinstabilen Tarife. Hier ist die Zahl deutlich gestiegen. Insgesamt liegt die durchschnittliche Beitragssteigerung in diesem Sektor bei rund sieben Prozent, kann im Extremfall aber bis auf über 12 Prozent steigen. Daraus ergeben sich für Versicherte erhebliche Nachteile. Über einen Zeitraum von zehn Jahren betrachtet kletterten die Beiträge für die PKV nämlich um ca. 3.400 Euro pro Jahr.

Steigende Beiträge als Kernproblematik

Derzeit sehen nicht nur die Experten von Morgen & Morgen die teilweise heftigen Anstiege im Beitragssektor als großes Problem der PKV. Auch andere Experten gehen davon aus, dass die Prämien in Zukunft weiter steigen und den Versicherten Probleme bereiten werden. Es gibt aber auch private Versicherer, die in Bezug auf die Beitragsentwicklung deutlich unter dem Durchschnitt liegen. Bei den Männern gehören laut Morgen & Morgen dazu PKV Tarife der DKV und der DEVK.

Eine Überraschung hält die Untersuchung an 3.500 PKV-Tarifen dann doch noch bereit. Männer muss mit 5,67 Prozent pro Jahr deutlich höhere Beitragsanpassungen wegstecke als Frauen, die jedes Jahr im Schnitt 4,29 Prozent mehr für ihre private Krankenversicherung ausgeben müssen.

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