PKV: Beitragserhöhungen im Schnitt 4,4%

[13.12.2011] Am vergangenen Dienstag (06. Dezember 2011) hat das Analysehaus Morgen & Morgen für einige Überraschungen gesorgt, als es die Ergebnisse über die durchschnittlichen Beitragserhöhungen in der PKV veröffentlichte. Der Grund: Die Ergebnisse von Morgen & Morgen lagen bei Weitem unter dem, was immer wieder in Medienberichten zitiert wurde. So errechnete das Analysehaus eine durchschnittliche Beitragsanpassung von 4,4 Prozent.

Beitragserhöhungen 2012 geringer als 2011

[Berlin] Viele Verbraucher stellen sich jetzt die Frage: Wie kommen diese unterschiedlichen Ergebnisse zustande?

Die Ursache liegt unter anderem daran, dass oft über die Fälle berichtet wird, in denen massive Anpassungen vorgenommen werden müssen. Doch wie bereits in den Vorjahren sind auch für das kommende Jahr die Beitragserhöhungen nur in einigen Tarifen in überdurchschnittlicher Höhe nötig. Allerdings finden diese statistischen „Ausreißer“ letztendlich ein größeres Medienecho als die durchschnittliche Beitragsanpassung.

So sind besonders die Unternehmen in den Nachrichten zu finden, die in Ausnahmefällen massive Erhöhungen vornehmen müssen. In der breiten Masse sind die Erhöhungen für das kommende Jahr aber deutlich geringer und liegen bei knapp 4,5 Prozent, ein Wert, der sich sogar am unteren Ende der allgemein Spanne von fünf bis sieben Prozent einordnet. Die Untersuchung von Morgen & Morgen hat des Weiteren ergeben, dass für 45 Prozent der Tarife gar keine Erhöhungen zum 01.01.2012 vorgenommen werden.

Tarifwechselrecht im Notfall wahrnehmen

Für Verbraucher, die in einem der Tarife mit deutlicher Beitragsanpassung versichert sind, raten Experten in diesem Fall zum Gebrauch des Sonderkündigungsrechts, denn dieses tritt bei Beitragserhöhungen automatisch in Kraft. Außerdem können sich die Versicherten auch einen neuen Tarif innerhalb der bisherigen Versicherungsgesellschaft suchen.

Dabei gehen weder die Altersrücklagen verloren, noch wird eine erneute Gesundheitsprüfung notwendig, solange der neue Tarif den Umfang des alten Tarifs nicht übersteigt. Letztere gehen bei einen Anbieterwechsel leider verloren. Versicherungsexperten gehen davon aus, dass sich ab einer Versicherungsdauer von 5 – 7 Jahren ein Wechsel finanziell – durch den Verlust der Altersrücklagen – nicht mehr lohnt.

Weitere News:

Tops und Flops in der privaten Krankenversicherung

Aktuelle Zahlen zeigen, welche privaten Krankenversicherer in den letzten fünf Jahren die meisten neuen Mitglieder gewonnen haben. Rund die Hälfte der berücksichtigten 33 Anbieter ist gewachsen. Andere Anbieter verbuchen dagegen teils deutliche… mehr

Finanztest: Probleme mit der privaten Krankenversicherung vermeiden

In der aktuellen Ausgabe von Finanztest (08/2016) greift Stiftung Warentest das Thema Probleme mit der privaten Krankenversicherung auf. Denn nicht immer zahlen die Versicherer für jede Behandlung. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn diese nicht… mehr

Finanztest prüft PKV-Ergänzungstarife für Beamte

Beamte haben die Möglichkeit, mit Beihilfeergänzungstarifen ihren Versicherungsschutz aufzustocken. Denn trotz privater Krankenversicherung und Beihilfe bleiben sie manchmal auf Kosten sitzen, etwa wenn Zahnersatz oder eine neue Brille notwendig… mehr

Kosten für Physiotherapie: Ärger mit privater Krankenversicherung

In der Regel profitieren privat Versicherte von sehr guten Leistungen. Doch nicht immer ist im Vertrag eindeutig geregelt, für welche Behandlungen der Versicherer wie viel zahlt. Ein solcher Streitfall stellt beispielsweise die Kostenübernahme… mehr