PKV Beitragsentlastungstarife: halten sie was sie versprechen?

Viele private Krankenversicherungen müssen die Beiträge für ihre Versicherten im Alter erhöhen, um die anfallenden Kosten decken zu können. Durch neuartige medizinische Verfahren und die Entwicklung neuer Medikamente erhöhen sich die PKV Kosten überdurchschnittlich. Dies sorgt bei Versicherten nicht selten für Unsicherheit, denn schließlich soll die private Krankenversicherung im Alter dennoch bezahlbar sein. Mit Beitragsentlastungstarifen möchte die PKV diesem Problem begegnen, um die Private Krankenversicherung auch im alter erschwinglich zu halten.

Auch Beitragsentlastungstarife der PKV von steuer absetzbar

Die privaten Krankenkassen reagieren auf diese Entwicklung und bieten immer häufiger so genannte Beitragsentlastungstarife an.

Durch Zahlung der monatlichen Versicherungsprämie zuzüglich eines Sonderbeitrags kann hier die Gewissheit geschaffen werden, dass der Beitrag für die PKV im Alter um bestimmte Summen reduziert wird. Diese Tarife sind zudem derart konzipiert, dass die Kosten wie die Beiträge zur klassischen PKV steuerlich geltend gemacht werden können. Privat versicherte Arbeitnehmer können sogar einen Teil dieser Vorsorgeleistungen von ihrem Arbeitgeber erstattet bekommen, da sich dieser, ebenso wie bei gesetzlich Versicherten an den Krankenversicherungskosten beteiligt.

Keine Abgeltungssteuer auf Beitragsentlastungstarife

Beitragsentlastungstarife sind Beitragsvorsorgeprogramme, die für die private Altersvorsorge geschaffen wurden. Im Unterschied zu anderen Geldanlagen müssen Anleger auf hier erzielte Kapitalerträge keine Abgeltungssteuer abführen. Das angesammelte Kapital wird dann im Alter für die Reduzierung der Beiträge genutzt. Im Idealfall konnten bereits derart hohe Summen angespart werden, dass die Beiträge zur PKV gänzlich entfallen. Immer mehr Versicherte der privaten Krankenkassen wollen derartige Geldanlagen nutzen, da sie weitere Kostensteigerungen der PKV befürchten. Diese werden vor allem aufgrund der medizinischen Inflation sowie des weiter steigenden Lebensalters der Versicherten notwendig werden. Um diese Kostensteigerungen abzufedern, kann die Ansparung von Vermögen der richtige Weg sein.

Alternative Sparanlagen für die PKV prüfen

Allerdings sollten Anleger nicht blind dem Angebot der Krankenversicherung vertrauen, denn als Krankenversicherer haben sich die Unternehmen bisher lediglich auf die Absicherung der Gesundheitskosten spezialisiert. Das Angebot an Geldanlagen gehört bisher kaum zum Geschäftsumfang. Ein Blick auf die Renditen sowie die Konzeption der Geldanlage sollte daher unbedingt durchgeführt werden, um attraktive Renditen zu erzielen. Zusätzlich muss bedacht werden, dass durch eine Gesetzesänderung die privaten Krankenversicherer auch abgeschafft werden könnten. Würde dieser Fall eintreten, kann dies zum Verlust des bisher angesparten Vermögens führen.

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