PKV: Beitragsanpassung bei der ARAG

Je weiter sich das Jahr dem Ende nähert, umso unruhiger werden die PKV-Versicherten, denn dann werden meist die Informationsschreiben der Versicherungsunternehmen über die Beitragsanpassungen versandt. In diesem Jahr müssen sich die Versicherten der ARAG Krankenversicherung auf teilweise massive Beitragserhöhungen einstellen. Besonders im Einsteigertarif werden Erhöhungen von bis zu 30 Prozent fällig.

Einsteigertarif wird deutlich teuer

Den Versicherten im ARAG Einsteigertarif stehen teilweise große Beitragserhöhungen bevor.

Den Branchendurchschnitt von fünf bis sieben Prozent übertreffen die Erhöhungen im Einsteigertarif deutlich. In Abhängigkeit von Alter und Geschlecht können nach Auskunft des Unternehmens bis zu 30 Prozent mehr fällig werden. Diese Erhöhungen betreffen jedoch nicht nur Bestandskunden, sondern auch Neukunden. Besonders hart von den Anpassungen sind Männer betroffen, hier steigen die Prämien in vielen Tarifen (u. a. der Tarif 240 oder K300). Und auch im Bereich der Beihilfe bzw. Zusatzversicherungen rechnen Experten mit Prämiensteigerungen.

Den Versicherten bleibt jetzt noch die Möglichkeit von ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch zu machen und sich bis zum Jahresende einen neuen Tarif oder Versicherungsanbieter zu suchen. Sollte die Frist von maximal einem Monat, nach dem Erhalt der Information über die Beitragserhöhung, nicht eingehalten werden, müssen sich die Versicherten unter Einhaltung der regulären Kündigungsfristen neu orientieren. Diese beträgt in der Regel drei Monate.

Billigtarife erneut Ursache der Erhöhungen

Ähnlich wie in anderen Unternehmen verweist auch die ARAG Krankenversicherung auf die Billigtarife als Ursache für die massiven Erhöhungen. Der Zuspruch an Neukunden in den Billigtarifen war auch bei der ARAG groß. Jedoch ist zu erkennen, dass besonders in diesen Tarifen die Zahl derer, die ihre Beiträge nicht zahlen können, besonders hoch ist. Daher müssen die Unternehmen die entstehenden Lücken auf anderem Wege schließen.

Die Beitragserhöhungen sind demnach notwendig, um die finanziellen Löcher im Haushalt zu schließen. Dabei entsteht aber ein Kreislauf, denn zahlende Mitglieder suchen sich einen neuen Tarif oder Versicherungsanbieter. Die ARAG will auf einem alternativen Weg versuchen, die Beitragserhöhungen zu begrenzen – indem eine Gutschrift aus der Beitragsrückerstattung entnommen werden soll. Dabei besteht jedoch das Risiko, dass die Beiträge im kommenden Jahr erneut angehoben werden müssen, sollte sich die Situation nicht bessern.

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