PKV: Beitrag bis Ende Mai steuerlich geltend machen

In Deutschland sind rund zehn Prozent der Bevölkerung Mitglied der PKV. Zu den ca. 8,9 Millionen Versicherten in der privaten Krankenversicherung gehören Arbeitnehmer, Selbständige und Beamte. Wer seine Steuererklärung für 2010 noch nicht beim Finanzamt eingereicht hat, sollte sich beeilen. Noch bleibt Zeit bis zum 31. Mai. Ganz wichtig: Seit letzten Jahr gelten neue Regelungen für die Ansatzfähigkeit der Beiträge in der privaten Krankenversicherung.

PKV-Beitrag: Neue Regeln für die Steuer

Der Beitrag zur Krankenversicherung war schon in der Vergangenheit ansatzfähig.

Allerdings galt bis Ende 2009 die Regel, dass Arbeitnehmer und Selbständige über den Abzug für Sonderausgaben nur Beiträge bis zu einer gewissen Summe in der Einkommenssteuer ansetzen konnten. Diese alten Regelungen sind gekippt worden – nicht zuletzt aufgrund eines Urteils des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe, vor dem ein Versicherter geklagt hatte.

Seit 2010 kann der Beitrag zur PKV bzw. GKV seitens der Steuerpflichtigen ohne Höchstgrenze geltend gemacht werden. Eine Tatsache, die insbesondere für Besserverdienende in der freiwilligen gesetzlichen Krankenversicherung oder aber Privatversicherte mit hohem Beitrag von Vorteil ist. Allerdings müssen Steuerpflichtige für das Geltendmachen der Beiträge zur PKV einige Grundregeln beachten.

Beitrag auf Höhe der Basisversorgung

Ausschlaggebend für die Höhe, in welcher der Beitrag zu Krankenversicherung berücksichtigt wird, ist die Basiskrankenversicherung. Nur bis zu dieser Höhe wirkt sich die Prämie steuermindernd aus. Leistungen, die über diese Basiskrankenversicherung hinaus versichert werden – etwa die Chefarztbehandlung usw. – können nicht in der Einkommenssteuer berücksichtigt werden. Es kann daher durchaus sein, dass Bestandteile des Beitrags für die PKV nicht für die Einkommenssteuer berücksichtigt werden.

Augenmerk sollte auch diejenigen auf die steuerliche Absetzbarkeit des Beitrags richten, die mit der privaten Krankenversicherung Beitragsrückerstattungen vereinbart haben. Letztere mindern den tatsächlich in einem Jahr gezahlten Beitrag und müssen daher in die Steuererklärung mit einbezogen werden. Eine Tatsache, die gern übersehen von Versicherten der PKV übersehen wird.

 

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