PKV-Beiträge steigen! Bis zu 10 Prozent teurer bei Debeka und DKV

Privat Versicherte der Debeka und DKV sowie der AXA, Allianz, Continentale und anderer privater Krankenversicherungen müssen sich auf Beitragssteigerungen einstellen. Ab Dezember erhöhen sich die Beiträge für Neukunden der PKV um bis zu 10 Prozent. Auch Bestandskunden müssen einen höheren PKV-Beitrag zahlen. Grund ist die Senkung des Rechnungszinses von 3,5 Prozent auf 2,75 Prozent, der für die notwendige PKV Beitragserhöhung verantwortlich ist.

Debeka und DKV unter den betroffenen Privatversicherern

Die Beiträge für die private Krankenversicherung (PKV) werden voraussichtlich steigen. Nach Informationen der „Financial Times Deutschland“ werden ab Dezember zwischen vier und zehn Prozent mehr für den Versicherungsschutz der privaten Krankenversicherung fällig. Die Preiserhöhung ist nötig, da die privaten Krankenversicherer dazu gezwungen sind, den Rechnungszins abzusenken. Dieser garantiert den privat Versicherten eine Mindestverzinsung des angesparten Kapitals. Die Zinserträge finanzieren wiederum teilweise die Altersrückstellungen der PKV-Kunden. Als erste Versicherer haben die Debeka und die Ergo-Konzerngesellschaft DKV eine Senkung des Rechnungszinses von 3,5 Prozent auf 2,75 Prozent bestätigt.

Sinkender Rechnungszins der PKV bedeutet steigende Beiträge

DKV-Chef Clemens Muth geht davon aus, dass die kommenden Beitragssteigerungen zwar zunächst zu Wettbewerbsnachteilen führen werden, doch dieser Schritt ist „vor dem Hintergrund der Kapitalmarktwirklichkeit (…) geboten und nachhaltig.“ Viele private Krankenversicherer, wie auch die Debeka, schaffen es durch die niedrigen Zinsen am Kapitalmarkt nicht, ausreichende Rücklagen zu erwirtschaften, sodass die garantierten Zinsen gesenkt werden müssen. Um trotzdem die gleiche Höhe der notwendigen Altersrückstellungen zu erreichen, ist eine Erhöhung der Beiträge nötig.

Vertrauen der Union in PKV sinkt

Dies ist ein Rückschlag für die PKV, der besonders bei der SPD seit langem in der Kritik steht. Neben den hohen Beiträgen bemängeln Kritiker vor allem eine übergenaue Schadensregulierung und eine Auswahl der Versicherten nach sozialem Status. Nun verliert die PKV zudem langsam den Rückhalt in der Union, die neben der FDP als Verfechter des Systems aus zwei Krankenversicherungen – der gesetzlichen und der privaten – gilt. Experten schätzen, dass sich das System angesichts der steigenden Gesundheitskosten und Beiträge ändern muss.

Neukunden und Bestandskunden der PKV betroffen

Von den Beitragssteigerungen in der PKV von bis zu zehn Prozent sind zunächst nur Neukunden betroffen. Die Prämienerhöhung wird ab Dezember erfolgen. Damit werden die angehobenen Beiträge gleichzeitig mit den Unisextarifen eingeführt, die die Prämien für privat Versicherte ohnehin schon durcheinander wirbeln werden. Langfristig werden auch Bestandskunden den Beitragsanstieg zu spüren bekommen. Es wird also für private Krankenversicherungsgesellschaften nicht nur schwieriger, neue Kunden zu gewinnen, sondern auch, die alten zu halten. Denn die Senkung des Rechnungszinses von 3,5 Prozent auf 2,75 Prozent gilt als sicher. Aktuelle Tarife können jetzt hier geprüft werden.

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