PKV: Beim Wechsel an den Arbeitgeber denken

Seit 01. Januar können Angestellte und Arbeitnehmer, deren Einkommen 2010 über der Versicherungspflichtgrenze lag, wieder einfacher in die private Krankenversicherung wechseln. Dabei sollten sie auch an ihren Arbeitgeber denken. Denn der gibt für die PKV einen Teil der monatlichen Beiträge dazu. Allerdings gibt es in diesem Zusammenhang einiges zu beachten.

Arbeitgeberzuschuss zu PKV

Wer im vergangenen Jahr 49.950 EUR brutto verdient hat, darf sich seit Anfang des Jahres wieder in einer PKV versichern.

Die Bundesregierung hat zu diesem Datum die 3-Jahres-Regel aufgehoben. Und erleichtert den Zugang zur PKV. Für alle, die in einem Angestelltenverhältnis stehen, heißt dies, dass der Arbeitgeber einen Teil der Beiträge übernimmt.

Dieser Arbeitgeberzuschuss zur privaten Krankenversicherung orientiert sich an den Regelungen zur GKV. Sprich: Arbeitnehmer erhalten bis zu maximal 50 Prozent der Beiträge von ihrem Chef. Allerdings ist der maximale Arbeitgeberzuschuss nach oben gedeckelt. Für 2011 liegt er bei 271,01 EUR. Alles, was darüber hinausgeht, muss der Privatversicherte aus eigener Tasche bezahlen. Beim Wechsel der Krankenversicherung sollte man daher auch an die Höhe des Arbeitgeberzuschusses denken.

Tücken des Arbeitgeberzuschusses

Wer sich privat absichert, wird sich natürlich darüber freuen, dass der Arbeitgeber einen Teil der Kosten für die private Krankenversicherung übernimmt. Allerdings sollte man an dieser Stelle auch im Auge behalten, dass der Zuschuss nicht ohne Weiteres in jeder Situation weiter fließt. Sobald etwa während einer längeren Krankheitsphase der Zeitpunkt der Lohnfortzahlung überschritten wird, fällt auch der Arbeitgeberzuschuss für die PKV weg. Eine Tatsache, die es unbedingt beim Abschluss einer Krankentagegeld-Versicherung einzukalkulieren gilt.

Zuschuss gilt nur für PKV

Und noch etwas muss berücksichtigt werden. Der Zuschuss des Arbeitgebers gilt nur für Vertragsbestandteile nach § 257 SGB V, was Renten- oder Lebensversicherungen ausschließt. Arbeitnehmer sollten die private Krankenversicherung so wählen, dass auch nach dem Wegfall des Zuschusses der Beitrag bezahlbar bleibt, was insbesondere für den Austritt aus dem Erwerbsleben gilt.

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