PKV: Bei Beitragsrückerstattung auch 2012 rechnen

Für viele PKV-Versicherte ist die Beitragsrückerstattung zu einem wichtigen Entscheidungskriterium bei der Wahl der Versicherungsgesellschaft geworden. Doch Experten warnen vor einer vorschnellen Entscheidung nur wegen „möglicher“ hoher Beitragsrückerstattungen, denn einige Faktoren können deren augenscheinlichen Vorteil reduzieren – etwa im Rahmen der Einkommenssteuer.

Tücken bei der Beitragsrückerstattung

Erst kürzlich sorgte in der PKV-Branche ein Fall für Aufsehen, bei dem eine Frau aus München, aufgrund einer Werbeaussage, ihren Versicherungsanbieter wechselte.

Auf dem Plakat wurde eine Beitragsrückerstattung, von drei Monatsbeiträgen, bei Leistungsfreiheit bereits im ersten Jahr, angeboten. Daraufhin wechselte die Frau die Versicherungsgesellschaft und hoffte auf eine Beitragsrückerstattung (BRE), diese blieb jedoch aus. Aufgrund dieser Tatsache verklagte die Frau ihre neue Versicherungsgesellschaft und verlor vor dem Amtsgericht München. Begründet wurde dies damit, dass eine Werbeaussage keine vertragliche Bindung sei und lediglich die individuellen Bedingungen im Vertrag rechtlich geltend gemacht werden können.

Eine Beitragsrückerstattung ist demnach nicht von Prospekten abhängig. Weitere Faktoren spielen eine wichtige Rolle, wie zum Beispiel in diesem speziellen Fall die Finanzkriese, die es der Versicherung nicht ermöglichte, die BRE zu zahlen. Es wirkt sich aber nicht nur der finanzielle Standpunkt der Versicherung auf eine BRE aus, des Weiteren wird diese auf die Einkommensteuer angerechnet und kann hier einen großen Einfluss darstellen.

Genaue Kalkulation bei BRE ist wichtig

Für privat versicherte Personen mit einer BRE gilt es, eine genaue Kalkulation durchzuführen. Zum einen können sie auf ein Einreichen der Rechnungen für Ärzte und Medikamente verzichten, gelten am Ende des Jahres als leistungsfrei und erhalten ihre vorher vertraglich geregelte BRE. Hier gilt es abzuschätzen, ob eine Einsparung mit selbst bezahlten Rechnungen eintritt.

Der entstandene niedrigere Beitrag für die PKV kann vollständig als Sonderausgabe in der Steuererklärung geltend gemacht werden. Die im Verlauf eines Jahres aus eigener Tasche bezahlten Rechnungen können darüber hinaus als außergewöhnliche Belastungen angesetzt werden. Der Einfluss für diese außergewöhnlichen Belastungen bewegt sich jedoch nur in einem festgelegten Bereich – einem Eigenanteil zwischen 1 – 7 Prozent der Einkünfte.

 

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