PKV: BdV warnt vor überstütztem Wechsel der Krankenversicherung

Die City BKK schließt zum 1. Juli. Seitens des Bundes der Versicherten wird allerdings davor gewarnt, sich überstürzt für den Wechsel in die private Krankenversicherung zu entscheiden. Ein Grund sind die teilweise erheblichen Beitragsanpassungen in der PKV. Versicherte der City BKK, welche die Chance auf den Wechsel in die private Krankenversicherung haben, sollten sich nach Ansicht des BdV sehr genau überlegen, welchen Weg sie im Bereich der Krankenversicherung in Zukunft gehen wollen.

PKV: Leistung und Beitrag

Die PKV sieht sich selbst als das bessere und stabilere Krankenversicherungssystem.
Allerdings rät der Bund der Versicherten ganz klar vor „Schnellschüssen“ ab. Vorstand Thorsten Rudnik „kann Versicherte verstehen, die verunsichert sind“. Derzeit suchen viele Mitglieder City BKK nach einer neuen Krankenversicherung. Und loten dabei auch die Option eines kompletten Versicherungswechsels aus. Der BdV warnt in diesem Zusammenhang vor den Folgen. Einerseits ist es in der PKV keinesfalls sicher, ob der niedrige Einstiegsbeitrag auch in Zukunft gehalten werden kann. Die Folge: Im Alter wird die Versicherungsprämie zur Belastung. Auf der anderen Seite ist eine Rückkehr in die GKV, etwa bei Unzufriedenheit mit der Beitragsentwicklung, nur in den seltensten Fällen möglich. Aus Sicht des BdV muss jeder Versicherte daher die einzelnen Optionen für den Versicherungswechsel sehr genau abwägen.

Bedingungen für Versicherungswechsel

Um überhaupt in die PKV wechsel zu können, muss eine grundlegende Bedingung erfüllt sein – ein Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze (2011: 49.500 Euro). Damit nicht genug – Vorerkrankungen können die PKV teuer machen. Denn die Versicherer dürfen in diesem Fall einen Risikozuschlag erheben, was die Prämie der Krankenversicherung teilweise sogar verdoppelt. Das Credo: „Drum prüfe, wer sich bindet“, gilt beim Versicherungswechsel in beide Richtungen.
Den Wechsel in die PKV mindestens zweimal durchrechnen sollten auch Familien. Gerade wenn nur ein Verdiener für das Einkommen sorgt, wird es in der privaten Krankenversicherung teuer. Schließlich fehlt hier ein Pendant zur beitragsfreien Familienversicherung. Selbst für Kleinkinder müssen die Eltern in die Tasche greifen. Die Warnung des BdV ist also nicht ganz unbegründet.  

 

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