PKV Barmenia-Chef Beutelmann: „Wir fühlen uns nicht am Ende“

Der Vorstandschef der Barmenia, Josef Beutelmann, hat den Kritikern der PKV einiges entgegenzusetzen: Die private Krankenversicherung sei nicht am Ende, sondern sogar in einer Aufwärtsentwicklung, berichtet er in einem Interview der Westdeutschen Zeitung.

Die zahlreichen Anwürfe insbesondere von den Vertretern der gesetzlichen Krankenversicherung gegen die PKV weist Beutelmann ausdrücklich zurück. „Wir fühlen uns nicht am Ende“, sagte der Barmenia-Chef gegenüber der Westdeutschen Zeitung. Sogar das Gegenteil sei der Fall, berichtet Beutelmann. Für die Barmenia sei das letzte Jahr aus wirtschaftlicher Sicht das erfolgreichste in der Geschichte der Versicherungsgruppe gewesen. Der Trend, dass Kassenpatienten der GKV den Rücken kehren und sich für eine private Krankenvollversicherung entscheiden, ebbt nicht ab und wird sich nach Meinung des Vorstandsvorsitzenden auch im Jahr 2012 fortsetzen.

„Wir haben das beste System weltweit“

Das duale System der deutschen Krankenversicherung mit GKV und PKV hält Beutelmann für ein weltweit einzigartiges, das aufgrund des bestehenden Wettbewerbs eine optimale medizinische Versorgung gewährleistet. Von der PKV würden nicht nur die Privatpatienten profitieren, sondern auch die gesetzlich Versicherten. Beispielsweise finanzieren die privaten Versicherungsgesellschaften medizinische Geräte in Arztpraxen und Kliniken mit, argumentiert der Barmenia-Chef.

Steigende Beiträge gibt es auch in der GKV

Dass die privaten Krankenversicherer wegen ihrer Beitragserhöhungen viel Kritik einstecken mussten, hält Beutelmann für nicht gerechtfertigt. Schließlich würden die Kosten für die Krankenversicherung auch bei den gesetzlichen Kassen stetig ansteigen. „In der GKV gibt es auch Beitragserhöhungen, nur werden sie da kaum thematisiert“, so Beutelmann. Während im Jahr 2011 aus der Erhöhung des GKV-Beitragssatzes auf 15,5 Prozent kein großes Thema gemacht wurde, meldeten sich im Zuge der erhöhten PKV-Prämien Anfang dieses Jahres zahlreiche PKV-Gegner zu Wort und forderten eine Reform des bestehenden Systems.

„Man darf nicht vergessen, dass bei jeder Gehaltserhöhung, bei jedem Tarifabschluss die GKV automatisch durch Mehreinnahmen profitiert“, meint der Vorstandsvorsitzende der Barmenia. Die Beitragssteigerungen der Versicherungsgruppe lagen laut Beutelmann im vergangenen Jahr im Schnitt bei 4,3 Prozent, in diesem Jahr rechnet die Barmenia mit keinen weiteren Anpassungen bei der Krankenvollversicherung.

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