PKV: Bahr fordert stabile Beiträge

Für privat Versicherte ist es jedes Jahr aufs Neue eine nervenaufreibende Frage: Gibt es in meiner Versicherung Beitragserhöhungen oder nicht? Für viele Versicherte lautet die Antwort meist leider ja. Denn viele privaten Versicherer passen ihre Beiträge jedes Jahr aufs Neue an. Gesundheitsminister Bahr fordert jetzt stabilere Beiträge von den Versicherungen.

Massive Beitragserhöhungen müssen verhindert werden

Auf dem PKV-Forum der Continentale Versicherung, sind in den vergangenen Tagen bereits viele Baustellen in der PKV angesprochen worden.

Selbst der Chef der Continentalen Versicherung selbst, ging kritisch mit der momentanen Situation in der PKV um. Jetzt nutzt auch Gesundheitsminister Bahr die Gunst der Stunde und fordert von den Versicherungen stabilere Beiträge.

Bahr erklärte dazu, dass die Krankenkassen ihre „Hausaufgaben“ konsequenter durchführen sollten, denn es ist nicht Sinn der privaten Krankenversicherungen in regelmäßigen Abständen die Beiträge zu erhöhen. Sollte die PKV an einem Fortbestehen interessiert sein, so ist es zwingend notwendig, in Zukunft besser zu wirtschaften, zu planen und Sicherheiten zu bieten. Bahr äußerte sich aber nicht nur kritisch zu den privaten Versicherungen. In der jüngeren Vergangenheit seien bereits einige gute Gedanken aufgekommen, lediglich eine allgemein-gültige Lösung wurde noch nicht gefunden.

PKV: Finanzielles Risiko im Alter

Im ersten Halbjahr sind in den Tarifen der PKV durchschnittliche Beitragserhöhungen von sieben Prozent zu verzeichnen gewesen, für das Jahresende gehen Experten von sechs bis 10 Prozent aus. Besonders für ältere Versicherte wird die Situation immer brenzliger, denn die Einnahmen sinken und die Beiträge steigen, besonders im Alter, sehr deutlich an. So sind in einigen wenigen Tarifen im vergangenen Jahr Erhöhungen von bis zu 30 registriert worden.

Eine Lösung könnte die Beitragsentlastungskomponente darstellen, mit ihr soll sogar eine Entlastung von bis zu 100 Prozent im Alter möglich sein. Bei der Beitragsentlastung müssen die Versicherten, in jüngeren Jahren mehr in ihre Versicherung einzahlen. Dieser Überschuss wird von der Versicherung gesammelt und mit Zinsen versehen. Im Alter können diese Rücklagen dann dazu verwendet werden, die Beiträge niedriger zu halten.

Weitere News:

Tops und Flops in der privaten Krankenversicherung

Aktuelle Zahlen zeigen, welche privaten Krankenversicherer in den letzten fünf Jahren die meisten neuen Mitglieder gewonnen haben. Rund die Hälfte der berücksichtigten 33 Anbieter ist gewachsen. Andere Anbieter verbuchen dagegen teils deutliche… mehr

Finanztest: Probleme mit der privaten Krankenversicherung vermeiden

In der aktuellen Ausgabe von Finanztest (08/2016) greift Stiftung Warentest das Thema Probleme mit der privaten Krankenversicherung auf. Denn nicht immer zahlen die Versicherer für jede Behandlung. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn diese nicht… mehr

Finanztest prüft PKV-Ergänzungstarife für Beamte

Beamte haben die Möglichkeit, mit Beihilfeergänzungstarifen ihren Versicherungsschutz aufzustocken. Denn trotz privater Krankenversicherung und Beihilfe bleiben sie manchmal auf Kosten sitzen, etwa wenn Zahnersatz oder eine neue Brille notwendig… mehr

Kosten für Physiotherapie: Ärger mit privater Krankenversicherung

In der Regel profitieren privat Versicherte von sehr guten Leistungen. Doch nicht immer ist im Vertrag eindeutig geregelt, für welche Behandlungen der Versicherer wie viel zahlt. Ein solcher Streitfall stellt beispielsweise die Kostenübernahme… mehr